ERP-Trends 2018 Warum ein gutes ERP-System zukünftig unsichtbar wird

Welche Bedeutung haben IoT, künstliche Intelligenz und digitale Disruption für die Enterprise-Resource-Planning-Software? Experten von godesys erklären, worauf verstärkt zu achten ist.

Wer 2018 auf der Gewinnerseite stehen will, muss sein Geschäftsmodell digitalisieren, bevor das Geschäftsmodell des Wettbewerbs an einem vorbeizieht.« Diesen Tipp geben die ERP-Experten von godesys allen Unternehmen, die ihre Firmenabläufe in den kommenden Monaten effizienter gestalten wollen. ERP-Hersteller seien in diesem Zusammenhang gefordert, sich als Plattform für das Geschäftsprozess-Management zu etablieren. Godelef Kühl, Gründer und Vorstandsvorsitzender der godesys AG, fasst die wichtigsten ERP-Herausforderungen zusammen: »Themen wie Robotik und künstliche Intelligenz werden immer wichtiger. Ein gutes ERP wird in diesem Zusammenhang unsichtbar: Die Prozesse laufen automatisch, und mit dem Internet of Things etabliert sich immer stärker eine Maschine-zu-Maschine-Kommunikation.«

Markt&Technik fasst die wichtigsten ERP-Trends für 2018 und darüber hinaus zusammen.

Trend künstliche Intelligenz: Automatisierte Prozesse im Hintergrund

Künstliche Intelligenz (KI) und KI-basierte Anwendungen werden für mittelständische Unternehmen vor allem im Bereich der Waren­beschaffung 2018 an Bedeutung gewinnen. „Gefragt sind automatisierte Dispositionsverfahren, die mit Hilfe von Stochastik-Trends zukünftige Absätze erkennen und Bestellungen daran ausrichten können«, erläutert Kühl. Hier liefern ERP-Systeme wesentliche Daten, mit denen sich Kundenverhalten vorhersagen und Prozesse in die richtige Richtung steuern lassen. Das „godesys open business framework“ ermöglicht es Anwendern beispielsweise, eigenständig Algorithmen zu erstellen, zu verändern und zu nutzen. Setzen Unternehmen auf die richtigen Tools zur Speicherung, Auswertung und Verwaltung großer Datenmengen, auch mittels KI, können sie sich auf dem Markt als digitale Vorreiter behaupten.

Sprachsteuerung: Digitale Disruption strategisch planen

Die vergangenen Jahre waren den Front-End-Systemen gewidmet. Digitalisierung geht aber weit über Front-End hinaus. Integration und Vernetzung finden vielmehr im Back-End statt. Wer seine Kunden wirklich in den Mittelpunkt stellen will, braucht daher eine kaufmännisch sinnvolle Datenaggregation, um wirkliche Mehrwerte anbieten zu können. Prozessautomatisierung funktioniert dabei am besten mit dem bekannten ERP. Die Einbindung neuer Funktionen und Eingabemöglichkeiten wie beispielsweise Chatbots ist dabei kein Problem. Aufgrund wachsender Rechenleistung lässt sich immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen, was auch intelligente Dialoge mit dem Nutzer ermöglicht. Systeme wie Alexa, Siri, Hello Google oder Watson werden in naher Zukunft echte Kommunikation zwischen Mensch und Maschine etablieren können. »Ist die Zeit reif, wird es schnell gehen. Daher müssen Unternehmen neue Entwicklungen sehr genau beobachten und schnell auf sie reagieren. Mit Hilfe eines flexiblen ERP ist digitale Disruption planbar«, erläutert Kühl.

Trend Internet of Things: Geschäftsmodelle und Service-Konzepte befeuern

Auch 2018 führt zudem kein Weg vorbei am Internet der Dinge: Nicht die menschliche Interaktion über Browser oder Smartphone, sondern die Kommunikation zwischen Maschinen und Geräten (M2M) wird künftig die Mehrzahl des Datenvolumens ausmachen. Für ERP-Anwender, aber auch für die Industrie und gewerbliche Anwendungen eröffnen sich dadurch völlig neue Möglichkeiten.

IoT-Dienste interagieren mit Webservern, die jeweils mit den IoT-Objekten über das Internet verbunden sind. Die Steuerung dieser Dienste erfolgt zumeist über Apps, die für die mobilen Endgeräte der Endanwender bereitgestellt werden. Die betrieblichen Vorteile dieser digitalen Dienste liegen auf der Hand: Business-Modelle können automatisiert werden, Servicekonzepte und die Sharing-Economy werden weiterwachsen. Die Verbraucherbindung aus solchen Anwendungen wird Märkte komplett verändern. »Egal ob Smart Home, Smart City, Fernwartung, Energiemanagement oder Nachschubsteuerung und Industrie 4.0: Spätestens mit dem flächendeckenden Mobilfunk-Standard 5G und dem weiteren Wachstum von Pilot-Anwendungen wird auch dem letzten analogen Entscheider klar werden, dass wir vor einem der größten Paradigmenwechsel der Wirtschaftsgeschichte stehen«, führt Kühl aus.

Dass Smart­phones aus dem Alltag nicht wegzudenken sind, steht außer Frage. Auch selbstfahrende Autos oder schlaue Datenbrillen gehören längst zum Alltag. Und doch tut sich so manches Unternehmen noch schwer und rennt mit Scheuklappen durch die Welt der unfassbar vielfältigen digitalen Möglichkeiten. »Das muss sich 2018 endlich ändern«, sagt Kühl. Digitale Normalität sollte in diesem Jahr zum Mantra im Unternehmen werden. Der ERP-Experte möchte demzufolge für ein besseres Verständnis rund um das Trendthema Digitalisierung sorgen. Kühl: »Der Austausch relevanter Informationen wird über Vernetzung und klare Prozesse gefördert. Egal ob Digitalexperte, Anwender oder Softwareentwickler, alle haben – aus unterschiedlichen Perspektiven – bereits Erfahrungen mit Digitalisierung gemacht und teilen diese Erkenntnisse. Die Digitalisierung betrifft uns alle. Dieses Thema, seine Herausforderungen und Handlungswege werden wir in den kommenden Monaten vermehrt vorantreiben.«