Gedruckte Elektronik auf der LOPEC Von Leuchtdioden bis zur elektrischen Schönheitsmaske

Wo die Musik in Sachen gedruckter Elektronik spielt, zeigt am 4. und 5. März wieder die Fachmesse LOPEC in München. Inzwischen auch in günstigen Einmal- und Wegwerf-Produkten eingesetzt, könnte die gedruckte Elektronik schon bald Einzug in die Beauty Salons halten.

Auf der Fachmesse der LOPEC stehen dieses Jahr zwei Branchen im Fokus: die Verpackungs- und Automobilbranche. „Die Anwenderindustrien stellen verschiedene Anforderungen an die Produkte der gedruckten Elektronik. Für den Automobilbereich etwa müssen besonders langzeitstabile und bediensichere Bauteile entwickelt werden, im Verpackungsbereich zählen eher die Produktionskosten“, betont Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer des internationalen Branchenverbandes OE-A (Organic and Printed Electronics Association). 

 

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Hingucker auf der Lopec

Gedruckte Elektronik in ungewöhnlichen Anwendungen

Interaktive Verpackungen und mehr

Wer die Verpackungen seiner Produkte interaktiver gestalten möchte, wird auf der LOPEC bei vielen Ausstellern auf gute Ideen treffen. Das norwegische Unternehmen Thin Film Electronics aus Oslo beispielsweise zeigt in München eine Innovation für den Markenschutz: elektronische Produktlabel, die Daten speichern und wiederbeschreibbar sind. Das Druckverfahren zur Herstellung der Label ist kosteneffizient und einfach in gängige Produktionsprozesse integrierbar. So lassen sich zum Beispiel Arznei-Blisterpackungen vor Fälschungen schützen. Für die Verpackung von frischen Lebensmitteln und anderen verderblichen Produkten hat Thin Film Electronics hauchdünne Temperatur-Sensoren entwickelt. Daten zu Ort, Lagertemperatur und Zeit können via Smartphone abgerufen werden. Das smarte Label gibt es auch mit integrierter Temperaturanzeige oder Leuchtsignal bei zu hohen oder zu niedrigen Temperaturen.

Im Automobilbereich sind organische Leuchtdioden (OLEDs) auf dem Vormarsch. Anders als die bereits in Fahrzeugleuchten integrierten LEDs leuchten OLEDs nicht punktuell, sondern flächig. Damit erlauben sie Designern ungeahnte Möglichkeiten in der Gestaltung von Innenraum und Außenleuchten. Das deutsche Unternehmen Cynora aus Bruchsal gilt als Wegbereiter einer neuen OLED-Technologie, die auf teure Edelmetalle wie Platin und Iridium verzichtet und kostengünstige Druckverfahren möglich macht. Zudem sind die so hergestellten OLEDs energieeffizienter, lichtintensiver und leichter. Erst kürzlich erhielt Cynora den Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis. Auf der LOPEC zeigt das Unternehmen eine Farbreihe seiner Emitter-Materialien und OLED-Demonstratoren.

Als zukunftsträchtig im Fahrzeugbau gelten auch die transparenten leitfähigen Folien von PolyIC aus Fürth, mit denen sich Touch-Displays für Navigationssysteme und die Steuerung von Klimaanlagen, Fensterhebern und mehr realisieren lassen. Dank ihrer Flexibilität sind solche Displays in geschwungene Formen – zum Beispiel in die Mittelkonsole – integrierbar. Auch für Touch-Screens von Haushaltsgeräten eignen sich die leitfähigen Folien von PolyIC. Darüber hinaus präsentiert das Unternehmen Neuheiten für die Unterhaltungselektronik und mobile Geräte.

Forschungseinrichtungen sind ebenfalls auf der LOPEC vertreten. Zu den Highlights am Stand der finnischen Ideenschmiede VTT Technical Research Centre of Finland zählen dekorative organische Solarzellen, die sich in beliebigen Formen auf transparente Folie drucken lassen. Sie sind nur ein Fünftel Millimeter dünn und können auf Fensterscheiben, Wänden und vielen anderen Oberflächen platziert werden. Außerdem am Stand von VTT: ein ans Smartphone gekoppelter Kohlenstoffdioxid-Sensor und eine Einmal-Schönheitsmaske, die das Eindringen von Kosmetikwirkstoffen in die Haut durch einen geringen elektrischen Strom steigert.

Das amerikanische Unternehmen GSI Technologies aus Burr Ridge, Illinois, bringt zur LOPEC ebenfalls eine breite Produktpalette mit, darunter dünne Heizelemente für therapeutische und andere Anwendungen, Diagnostik-Teststreifen mit integrierten Elektroden und elektrolumineszente Folien für tragbare Geräte.

Wie in den Jahren zuvor bildet auch die LOPEC 2015 die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung bis zur Fertigung ab. Unternehmen, die gedruckte Elektronikbauteile in ihre Produkte integrieren möchten, finden auf der LOPEC die idealen Partner. Das auf Beschichtungs-, Druck- und Laminiermaschinen spezialisierte Unternehmen KROENERT aus Hamburg zeigt in München die vielseitig einsetzbare Anlage LabCo mit einer Arbeitsbreite bis 500 mm, die sich für die Herstellung von Kleinserien der gedruckten Elektronik und organischen Photovoltaik eignet. Alle Produktionsparameter können einfach auf größere Anlagen von Kroenert übertragen werden. Hoffmann+Krippner aus Buchen (Odenwald) bietet sich auf der LOPEC ebenfalls als Entwicklungs- und Fertigungspartner an. Das Unternehmen verweist auf eine über 35-jährige Erfahrung im Drucken von Schaltkreisen mit leitfähigen Pasten.