Ordnung in der Fertigung Toolbase für die Leiterplattenindustrie

Toolbase im Einsatz
Toolbase im Einsatz

Toolbase-Werkzeugausgabe-Systeme sollen für ein geordnetes Werkzeugsortiment und eine gesicherte Ausgabe in der Fertigung sorgen; so auch beim Leiterplattenhersteller Becker&Müller.

Toolbase automatisiert einen guten Teil der Abläufe und vermeidet somit Fehler und Leerläufe. Eine speziell auf die Leiterplattenindustrie zugeschnittene Version kommt bei Becker & Müller zum Einsatz. Die Software wurde in Zusammenarbeit von HAM Präzision und Achterberg, dem ursprünglichen Entwicklungsunternehmen, adaptiert, d.h. an die aktuellen Bedürfnisse anderer Branchen angepasst und nun bei Becker & Müller erstmals in Deutschland umfassend installiert. HAM Präzision vertreibt Schrank, Werkzeuge und die Software als Komplettsystem. »Mit dem neuen System unterstützen wir die Industrie in ihren Prozessen und kommen dem Industrie-4.0-Gedanken auch einen Schritt näher«, unterstreicht Ties Müller, Leiter des Vertriebs und der Anwendungstechnik bei HAM Präzision.

Becker & Müller setzt das System zum Beispiel mit dem Präzisionsbohrsystem DRB 610 1+1 AL von Lenz ein. Die Tools werden dem Produkt entsprechend ausgewählt und eingesetzt. Und die Lagerfachverwaltung geht über die Bohrwerkzeuge hinaus; so werden auch Leihwerkzeuge und deren Verfallsdaten, Sonderwerkzeuge mit Bildern und Dokumenten oder Messgeräte und deren Kalibrierung damit automatisiert verwaltet.

Droht ein Material oder Werkzeug im Lager knapp zu werden, bestellt das System automatisch beim Hersteller nach und hat somit das passende Werkzeug immer zur Hand. Die Daten gehen bei Becker & Müller direkt in das ERP-System, das einen digitalen Datensatz im vereinbarten Protokoll weitergibt. Die Systemmöglichkeiten, Kennung und Ports sind konfigurierbar und erlauben die direkte FTP-Kommunikation mit dem Server bei HAM.

Für die Mitarbeiter ist es einfach, das System zu bedienen. Es erkennt erweiterte Systemkomponenten automatisch – ist quasi Plug and Play. Die Mitarbeiter melden sich mit einem eigens konfigurierten Chip am System an und können per Touchscreen ihre Einstellungen vornehmen. Die Auswahl von über 20 Sprachen gewährt die internationale Bedienbarkeit des Systems.

Xaver Müller, Geschäftsführer von Becker & Müller, sieht bei dem konsequenten Blick und während des Analyseprozesses auch andere Einsatzgebiete für das System: »Durch die wachsenden Anforderungen war es eine Chance, die bisherigen Systeme für die Leiterplattenfertigung anzupassen.« Das Investitionsvolumen für das System lag bei Becker & Müller bei ca. 20.000 Euro. Ein Schritt, der sich, wie die praktischen Erfahrungen bereits zeigen, rechnet. Die Lieferzeiten für Leiterplatten, im Speziellen für Prototypen, werden immer kürzer. Da musste das System flexibler, sicherer und schneller werden.