Foxcon-Chairman will in die Politik Terry Gou erwägt Präsidenten-Kandidatur

Terry Gou, Vorstandsvorsitzender von Foxconn, erwägt, zur Präsidentschaftswahl in Taiwan im Jahr 2020 anzutreten.
Terry Gou, Vorstandsvorsitzender von Foxconn, erwägt, zur Präsidentschaftswahl in Taiwan im Jahr 2020 anzutreten.

Der Gründer von Foxconn, Terry Gou, erwägt, als Präsidentschaftskandidat in der Wahl 2020 in Taiwan anzutreten. Friede statt alte Waffen aus den USA ist sein Motto.

Er will sich in den nächsten zwei Tagen endgültig entscheiden, ob er für das Präsidentenamt kandidiere, wie Taiwan News berichtet. Wenn, dann werde er für die chinafreundliche Kuomintang antreten, die sich derzeit in der Opposition befindet, und deren Standard-Nominierungsprozess durchlaufen.

2020 werde ein Schlüsseljahr für Taiwan, dann würden die Weichen für die kommenden Jahre und das Schicksal für die Jugend Taiwans gestellt. Darüber nachzudenken habe ihn schlaflose Nächte gekostet. Unter dem Eindruck chinesischer Militärmanöver vor der Insel Taiwan tritt er für eine friedliche Entwicklung ein.

Reuters zitiert ihn mit den Worten: »Wir brauchen Frieden, wir müssen nicht so viele Waffen kaufen. Frieden ist die größte Waffe.« Lediglich eine angemessene Selbstverteidigung sei für Taiwan erforderlich. Die USA würden allerdingds nur alte Waffen liefern. Keiner Nation, die ihre nationale Verteidigung von den USA abhängig gemacht habe, hätte dies schlussendlich genutzt, so zitiert ihn die Taipei Times.

Taiwan solle auf Frieden für die nationale Verteidigung bauen, auf Wettbewerb im Markt, Forschung und Entwicklung für die Technologie und sich auf sich selbst besinnen, um sein Schicksal zu bestimmen. Kurz zuvor hatte er noch etwas andere Schwerpunkte gesetzt: Taiwan solle auf die USA für die nationale Verteidigung bauen, auf Japan im Technologiesektor, auf den chinesischen Markt und auf eigene harte Arbeit.

Er ist überzeugt, dass Taiwan in den amerikanischen Technologiesektor investieren sollte, worüber er demnächst mit dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, diskutieren werde. Der Handelsstreit zwischen den USA und China resultiere vor allem daraus, dass beide Länder ihren Industriesektor gerade restrukturierten, da wollten beide nach außen Muskeln zeigen.

Rückzug aus dem Tagesgeschäft

Terry Gou ist 69 Jahre alt und will sich aus der vordersten Führungsriege und dem Tagesgeschäft des Unternehmens zurückziehen, das er 1974 unter dem Namen Hon Hai Precision Industry gegründet hatte und den Foxconn offiziell immer noch trägt, um Plastikgehäuse für Fernseher herzustellen. Zuletzt erzielte Foxconn, das größte EMS-Unternehmen der Welt, einen Umsatz von 169 Mrd. Dollar. Über die Hälfte des Umsatzes generiert Foxconn laut Reuters allein mit Apple.