Geschäfte laufen weiter SRI: Insolvenz in Eigenverwaltung

Das Amtsgericht Kempten hat die Insolvenzverfahren über das Vermögen der SRI Radio Systems sowie der SRI Logistics und der SRI Holding eröffnet. Alle Gesellschaften dürfen in Eigenverwaltung sanieren. Dadurch bleibt die Geschäftsführung voll handlungsfähig. SRI entstand aus dem Siemens-Konzern heraus und ist einer der größten Auftragsfertiger in Deutschland

Durch die Anordnung der Eigenverwaltung soll die Sanierung der Unternehmensgruppe mit aufeinander abgestimmten Insolvenzplänen ermöglicht werden. Die Pläne erstellt der Dresdner Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Jörg Spies, pkl Keller Spies Partnerschaft, der bereits bei Antragstellung im Juli 2012 in die Geschäftsführung eingetreten war. Zum Sachwalter wurde der bisherige vorläufige Sachwalter Herr Rechtsanwalt Dr. Thomas Karg aus der Kanzlei Schwartz in Memmingen, bestellt.

Die SRI-Gruppe hatte im Juli 2012 Anträge auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt und das beabsichtigte Sanierungskonzept in Eigenverwaltung umfangreich dargestellt.
Die Geschäftsleitungen möchten erreichen, dass der Erhalt der Unternehmen und damit die überwiegende Anzahl der Arbeitsplätze im Unternehmen gesichert werden. Das Sanierungskonzept sieht dazu vor, die Unternehmen über einen Insolvenzplan, sowohl in finanzwirtschaftlicher Hinsicht, als auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten, umfangreich zu sanieren und zu restrukturieren. Da die Insolvenzordnung kein Konzerninsolvenzrecht kennt, stellt die Anordnung der Eigenverwaltung sicher, dass die aufeinander abgestimmte Restrukturierung von Konzernunternehmen unter einheitlicher Leitung erfolgen kann.

Geschäftsführung bleibt voll handlungsfähig

In Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung selbst voll handlungsfähig und kann die notwendigen Reorganisationsmaßnahmen zügig umsetzen. Die effiziente Verfahrensabwicklung und die in Aussicht stehende baldige Verfahrensbeendigung mit Annahme der Insolvenzpläne haben die Auftraggeber dazu bewogen, die Geschäftsbeziehung zu den Unternehmen der Gruppe fortzusetzen. Auch das große Engagement innerhalb der Belegschaft stimmt zuversichtlich, um die notwendige wirtschaftliche Basis für eine Fortführung des Betriebes zu sichern.
Entscheidender Auslöser der Krisensituation war insbesondere die Marktentwicklung im Geschäftsfeld Umwelttechnik, die durch die massiven Branchenprobleme der Solarindustrie in Deutschland zu einem drastischen Ergebniseinbruch führte.