Interaktive Karte So viel Energie verbraucht die deutsche Industrie

Energieverbrauch in der Industrie 2018 nach Energieträgern.
Energieverbrauch in der Industrie 2018 nach Energieträgern.

Eine interaktive Karte der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigt erstmals den Energieverbrauch der Industrie auf Kreisebene.

Die Kreise mit den energieintensivsten Industriebetrieben 2018 waren Ludwigshafen am Rhein (210 Petajoule), der Rhein-Erft-Kreis (170 Petajoule), Bremen (89 Petajoule) und der Saalekreis (85 Petajoule). Die Karte in vollem Funktionsumfang bietet das Statistische Bundesamt auf seiner Website an.

An vielen großen Industriestandorten spielte Erdgas, das auch deutschlandweit der wichtigste Energieträger war, eine große Rolle. So hatte der energieintensivste Kreis Ludwigshafen am Rhein einen Erdgasanteil von über 50 Prozent, den höchsten Anteil an Erdgas hatte Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit über 90 Prozent. 

An anderen Orten fallen die erneuerbaren Energien stärker ins Gewicht: Den höchsten Verbrauch von erneuerbaren Energien hatte die Industrie im Kreis Stendal mit gut 12 Petajoule. Hier waren die erneuerbaren Energien auch der wichtigste Energieträger. Im Alb-Donau-Kreis verbrauchte die Industriegut 5 Petajoule erneuerbare Energien, in Meißen knapp 2 Petajoule. Kohle als Energieträger kam vor allem im Rhein-Erft-Kreis, in Soest und im Burgenlandkreis zum Einsatz. 

Erdgas bundesweit wichtigster Energieträger, aber regionale Unterschiede

Im Jahr 2018 betrug der Energieverbrauch der Industrie in Deutschland insgesamt 3 981 Petajoule und damit 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Wichtigster Energieträger für die deutschen Industriebetriebe war im Jahr 2018 bundesweit Erdgas mit einem Anteil von knapp 30 Prozent, gefolgt von Strom (22 Prozent), Mineralölen und Mineralölprodukten (16 Prozent) sowie Kohle (15 Prozent). Regional gibt es dabei große Unterschiede in der Zusammensetzung des Energieverbrauchs. 
Größter Energieverbraucher war bundesweit die Chemische Industrie mit einem Anteil von 29 Prozent, gefolgt von der Metallerzeugung und -bearbeitung mit 22 Prozent sowie der Kokerei und Mineralölverarbeitung mit 11 Prozent. Allerdings wurde in der Chemischen Industrie mehr als ein Drittel der Energieträger (37 Prozent) als Ausgangsstoffe für chemische Produkte und damit nicht energetisch eingesetzt. 

Informationen zur interaktiven Karte

In der interaktiven Karte finden sich Detailinformationen über die Aufteilung der eingesetzten Energieträger: Kohle, Heizöl, Erdgas, Erneuerbare Energien (zum Beispiel Photovoltaik), Strom und Wärme sowie sonstige Energieträger (zum Beispiel andere Mineralölerzeugnisse, sonstige Gase und Abfälle) nach Kreisen.
Der Energieverbrauch beinhaltet sowohl den energetischen als auch den nichtenergetischen Energieverbrauch. Nichtenergetische Nutzung liegt vor, wenn Energieträger nicht als Brennstoffe eingesetzt werden, sondern beispielsweise dazu dienen, chemische Produkte wie Düngemittel oder Kunststoffe herzustellen. 

46.000 Betriebe wurden befragt

Die jährlich durchgeführte Erhebung der Energieverwendung umfasst rund 46.000 Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes sowie des Bergbaus und der Gewinnung von Steinen und Erden mit mindestens 20 Beschäftigten.
In 42 von 401 Landkreisen beziehungsweise kreisfreien Städten, wird in der Karte kein Tortendiagramm gezeichnet, weil dort der Insgesamt-Wert des Energieverbrauchs der statistischen Geheimhaltung unterliegt. Dazu gehören auch große Industriestandorte wie Duisburg, Oberhausen, Köln, Wolfsburg, Salzgitter. Auch in den Tortendiagrammen gibt es Angaben, die aufgrund der statistischen Geheimhaltung nicht nachgewiesen werden. Die statistische Geheimhaltung soll sicherstellen, dass die Angaben einzelner Unternehmen, die Angaben zu der Statistik gemeldet haben, vertraulich behandelt werden und nicht identifizierbar sind. Dies ist ein im § 16 des Bundestatistikgesetzes vorgegebenes Grundprinzip der amtlichen Statistik in Deutschland.