Mensch-Roboter-Kooperation bei BMK So hilft der Roboter beim Silikonieren

Feierliche Übergabe: Erika Leis, Supply Chain Risk Manager bei Topcon, Tobias Stache, Vertriebsteamleiter bei BMK, Katrin Seyfarth, Supply Chain Manager bei Topcon, Elke Kranz, Series Purchaser von Topcon, Xiaomin Wenig, Project Purchaser von Topcon

Mit einem selbstentwickelten Silikonroboter setzt BMK die Mensch-Roboter-Kollaboration in die industrielle Praxis um.

Zum Einsatz kommt das System u.a. für den BMK-Kunden Topcon, für den BMK kürzlich die 16.666. Baugruppe mithilfe der Robotertechnik silikoniert hat. Dies war auch Anlass für eine feierliche Marketingaktion: Katrin Seyfarth, Supply Chain Manager von Topcon, durfte die 16.666. Baugruppe als vergoldetes Erinnerungsstück entgegennehmen. Topcon, vormals Wachendorff Electronic, ist seit 2010 BMK-Kunde. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Bediengeräten für mobile Arbeitsmaschinen. Immer mehr Baugruppen wurden bislang zu BMK verlagert, sodass der EMS inzwischen über 230.000 Baugruppen an Topcon geliefert hat und den Kunden bereits auch in der Entwicklungsphase unterstützt. Dass BMK immer auf dem neuesten Stand der Technik ist, gefällt Katrin Seyfarth besonders: »BMK zählt seit Jahren zu unseren Top 3 Lieferanten. In der Zusammenarbeit schätzen wir sehr die professionelle, vertrauensvolle und offene Art aller Mitarbeiter.«

Warum silikonieren?

Baugruppen sind verschiedenen Umwelteinflüssen ausgesetzt; so treten zum Beispiel Vibrationen in Fahrzeugen aller Art auf, darunter Landmaschinen, Flurförderfahrzeuge, Autos oder Fahrräder. Zum Schutz vor Vibrationen werden die Bauteile auf der Baugruppe mit Silikon verklebt. Dadurch werden die Bauteile fixiert, die mechanische Stabilität wird erhöht.

Roboter Marke Eigenbau

Da es auf dem Markt keinen Lieferanten gab, der eine zufriedenstellende Lösung anbot, fiel bei BMK die Entscheidung, den Silikonroboter selbst zu bauen. Prozessingenieure bei BMK entwarfen eine eigene Roboter-Applikation. Die Einzelteile dafür wurden eingekauft und dann inhouse zu einem System montiert. Die selbst entwickelte Software rundete den Eigenbau ab. Als Ergebnis besitzt BMK einen Silikonroboter mit fast 100%iger Systemverfügbarkeit. »Die Materialzuführung ist enorm wichtig. Bei unseren selbst gebauten Silikonrobotern liegt die Materialtoleranz aktuell bei 0,5 g pro 20 g«, erläutert Johann Käufl, Produktionsleiter bei BMK, und ergänzt: »Die automatisierte Offset-Nadelpositionskontrolle verifiziert vor jedem Vorgang die korrekte Position der Nadel. Die Gefahr, dass beispielsweise Kondensatoren abbrechen, besteht nicht.« Mithilfe der selbstgebauten Silikonroboter erlangt BMK Prozesssicherheit durch die Automatisierung des Vorgangs. Inzwischen kommen zwei selbstgebaute Silikonroboter zum Einsatz, die über 110.000 Baugruppen pro Jahr silikonieren. Ein dritter Roboter befindet sich im Aufbau.