SMT-Equipment Siplace will mit DEK weltweite Nummer 1 werden

»Prozessoptimierung« und »Industrie 4.0«

Künftig will das SMT-Solutions-Segment in gemeinsamen Projekten sowohl Best-in-Class-Automaten als auch integrierte Lösungen entwickeln, um bei Kunden die Effizienz in der Elektronikfertigung – Stichworte »Prozessoptimierung« und »Industrie 4.0« – weiter steigern zu können. Wie wollen Sie das erreichen?

Hauptsächlich dadurch, dass wir mehr Transparenz in die Fertigung bringen und dem Operator mehr Daten an die Hand geben, damit er schnell die richtigen und pro-aktiven Entscheidungen treffen kann. Er kann sich ständig aktuell über die wichtigsten Fertigungsdaten informieren. Er kann sich Probleme im Detail ansehen und schneller geeignete Maßnahmen einleiten. Der Industrie-4.0-Gedanke kann aber auch so weit gehen, dass die Software selber erkennt, wenn ein Prozess aus dem Ruder läuft, und selbst gegensteuert, also ein Problem im Idealfall schon behebt, bevor es Auswirkungen auf nachgelagerte Prozesse hat.

Wird es noch Operator in der Industrie-4.0-Welt geben?

Ja sicher! Aber sie werden andere Aufgaben haben und müssen anspruchsvollere Entscheidungen treffen. Man könnte alles automatisieren, aber das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist dann nicht mehr gegeben. Es wird sicher noch weitere Automatisierungen geben, um die Qualität noch zu verbessern und große Peaks abzufedern. Das sind Herausforderungen, die man nur gemeinsam – also zwischen Kunde und Equipment-Lieferant – lösen kann.

Man braucht weniger Bediener an der Linie, aber mehr Personal, das Daten analysiert. Daran wollen wir weiter arbeiten, und das geht sicherlich viel besser, wenn man die Hauptkomponenten der SMT-Linie in einem Unternehmen hat. Man kann viel über Partnerschaften erreichen, aber wir können jetzt gemeinsame Schnittstellen erarbeiten und eine einheitliche Oberfläche bringen. Das ist viel besser zu realisieren, wenn man das alles in einer Firma hat.

Sind weitere Akquisitionen geplant?

Wir führen eine Akquisition nur durch, wenn sie in unser Gesamtkonzept passt und sie uns besser und stärker macht. Eine Akquisition muss immer sorgfältig durchdacht sein und vor allem auch von der Kultur her passen. Viele Akquisitionen in der Industrie sind dadurch gescheitert, dass die Mitarbeiter aus beiden Firmen nicht zusammengepasst haben. DEK entsprach sehr gut unserer Strategie und die Firmenkulturen ergänzen sich optimal. Nun sind wir mit DEK im Druckergeschäft zur Nummer 1 aufgestiegen. Weitere Akquise-Pläne gibt es derzeit nicht.

Welche Chancen sehen Sie durch Industrie 4.0 / Smart Factory für die Zukunft der Elektronikfertigung?

Für mich ist das der logische und einzig machbare Schritt, um in der Fertigung noch weiter die Produktivität und den Output zu steigern. Die einzelnen Maschinen haben mehrheitlich schon einen hohen Qualitätsstandard erreicht. Wenn man noch effektiver werden will, brauchen wir die Transparenz und die Industrie-4.0-Fertigung. Daten müssen sinnvoll ausgewertet und eingesetzt werden können. Nur Daten zu sammeln, bringt schließlich nichts.

Sie hatten für Ihre Pressekonferenz zur vollzogenen Übernahme von DEK bewusst den Standort Siemens Amberg ausgewählt – warum?

Weil der Standort Siemens Amberg ein sehr gutes Beispiel dafür ist, was mit unseren Maschinen möglich ist und was die optimale Zusammenarbeit zwischen Equipment-Lieferant und Kunde bewegen kann: Die Elektronikfertigung dort kann eine Fehlerrate von weniger als 10 ppm an den Linien im kompletten Werk vorweisen.

Ihr Ziel ist kein geringeres, als bis zum Jahr 2016 die klare Nummer 1 im weltweiten SMT Equipment-Markt zu sein. Wo steht ASM Assembly Systems derzeit?

Wir sind in Europa Nummer 1 und in Amerika Nummer 1. Im Bestückprozess sind wir weltweit Nummer 2 und meines Erachtens nicht mehr weit entfernt von der Nummer 1. Im Druckprozess sind wir nach der DEK-Übernahme die deutliche Nummer 1 im Markt.