Aktie auf dem niedrigsten Stand seit 38 Jahren Sharp auf Talfahrt

Die Zukunft von Sharp ist ungewiss: Nach einem Downgrade der Rating Agentur Goldman Sachs fiel heute die Aktie des Unternehmens auf den niedrigsten Stand seit 38 Jahren. Ungewiss ist auch, ob Hon Hai Precision alias Foxconn bei Sharp einsteigt.

Die Analysten von Goldman Sachs haben das Rating von Sharp von "Halten" auf "Verkaufen" herabgestuft. Das Kursziel wurde um 31 Prozent auf 120 Yen nach unten korrigiert. Das berichtet der Finanzinformationsdienst emfis.
Goldman Sachs geht davon aus, dass es für Sharp notwendig werden könnte, eine Kapitalerhöhung vorzunehmen, um an dringend benötigte neue Finanzmittel zu kommen. Es sei zu erwarten, dass der Gewinn pro Aktie dadurch um etwa 50 Prozent verwässert wird. Die Verlustprognose für das laufende Jahr beziffert Golman Sachs auf 474,5 Milliarden Yen.

Belastet hat den Kurs auch durch die Meldung, dass immer noch nicht final geklärt ist, ob Hon Hai alias Foxconn bei Sharp einsteigt oder nicht. Zuletzt hatte es Meldungen gegeben, wonach der taiwanesische Auftragsfertiger den im April vereinbarten Einstieg nachverhandeln wollte.

Angeblich besteht Foxconn darauf, dass Sharp das LCD-Geschäft abspaltet. Das LCD-Geschäft könnte dann als Joint-Venture der beiden Unternehmen firmieren.

Das allerdings dürfte Sharp wenig begeistern. Das Unternehmen möchte das LCD-Geschäft möglichst im Konzern halten, schließlich ist es das Kerngeschäft des Unternehmens. Sharp setzt auf eine tiefe Wertschöpfung im Haus und hat erst vor gut zweieinhalb Jahren die erste G10-Fabrik in Sakai eröffnet, wo nahezu die komplette Wertschöpfung für die Produktion von TV-Geräten auf einem Gelände konzentriert ist. 

Der Preisverfall im LCD-Gechäft und die ungünstige Situation des Yens - und letztlich auch Fehler in der Unternehmensführung - brachten den Konzern ins Straucheln.