Große Übernahme im EMS-Markt Schweizer CCS Gruppe wird dänisch

Thomas Kaiser, CCS

»Schlussendlich finde ich es sehr wichtig, dass wir den Menschen als Trigger 
für die Entscheidungsfindung 
mit der vernetzten Welt nicht 
aus dem Blick verlieren.«
Thomas Kaiser, CCS »Schlussendlich finde ich es sehr wichtig, dass wir den Menschen als Trigger für die Entscheidungsfindung mit der vernetzten Welt nicht aus dem Blick verlieren.«

Der in der Schweiz angesiedelte EMS-Anbieter CCS Customer Care & Solutions Holding wird in Dänemarks größtes Unternehmen in diesem Bereich, GPV, integriert.

GPV gehört dem dänischen Mischkonzern Schouw & Co. Aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen entsteht eines der grössten Unternehmen im Bereich Elektronikfertigung in Europa mit einem Umsatz von rund EUR 350 Millionen und 3.700 Mitarbeitern. CCS befindet sich derzeit im Besitz eines von Patrimonium/Schweiz beratenen Private Equity-Fonds, der alle seine Aktien an GPV verkaufen wird. Es wird erwartet, dass die Transaktion vor Ende 2018 abgeschlossen sein wird.

Die CCS Gruppe und GPV sind im EMS-Bereich mit den Kerngeschäftsfeldern Elektronik, Mechatronik, Präzisionsmechanik sowie Kabelsätzen tätig und beide haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Der Zusammenschluss schafft einen starken globalen EMS-Anbieter mit rund 3.700 Mitarbeitern und Produktionsstandorten in Asien, Europa und Amerika sowie einem Gesamtumsatz von etwa EUR 350 Millionen.

Ein potenteres gemeinsames EMS-Geschäft im High-Mix/Low-Volume-Bereich

Die CCS Gruppe und GPV beliefern beide erfolgreich das HMLV-Segment (High-Mix/Low-Volume) des EMS-Markts. Beide Unternehmen bieten sowohl elektronische Halbfabrikate wie auch Fertigprodukte (Komplettmontagen) mit hohem Produktmix und in Klein- wie auch Grossserien an, wobei die Nachfrage nach dieser Form der Zulieferung im Bereich Elektronik stetig steigt. CCS verfügt über eine eigene Produktdesign- und Entwicklungsabteilung, die sich auf kundenspezifische Elektronikapplikationen und Kabelkonfektionierung fokussiert. GPV verfügt über eine grosse Abteilung im Bereich Prüfentwicklung, eigene Fertigungskapazitäten für Mechanik und ist zusätzlich auf dem amerikanischen Kontinent präsent. Damit ist das kombinierte Unternehmen in der Wertschöpfungskette in allen Märkten breiter aufgestellt.

GPV und CCS ergänzen sich gegenseitig auf drei Kontinenten

“Größe zählt, zweifelsohne. Unsere Beschaffungsmacht und Produktionskapazitäten werden sich verdoppeln, und gemeinsam werden wir eine noch stärkere Position im Markt einnehmen. Damit haben wir die Kraft und die Kapazität, mehr Aufträge unseres gemeinsamen Kundenstamms anzunehmen.“ erklärt Bo Lybæk, der designierte CEO der neuen Organisation. Der bisherige CCS-CEO Thomas Kaiser wird CCS weiterhin leiten und er ist ausserdem für deren Integration in die neu gebildete Gruppe verantwortlich. Er ergänzt: „Wir freuen uns sehr, Teil von GPV zu werden, die wir als kompetente und fähige Branchenkollegen kennen. Gleichzeitig ist es uns sehr wichtig, dass die GPV-Eigentümerin Schouw & Co. für ihre strategische und langfristige Ausrichtung bekannt ist und über die finanzielle Kraft verfügt, in Wachstum zu investieren und unser Geschäft weiterzuentwickeln.“

Die meisten Kunden von CCS sind im deutschsprachigen Teil Europas ansässig, während die meisten Kunden von GPV in Skandinavien, Grossbritannien und den USA beheimatet sind. GPV besitzt Produktionsstätten in Dänemark, Mexiko und Thailand während CCS in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Slowakei, Sri Lanka und China produziert. Die neu geschaffene und grössere EMS-Gruppe wird unter dem Namen GPV mit Hauptsitz in Dänemark am Markt auftreten. Die Kunden von CCS werden weiterhin von den existierenden CCS-Niederlassungen und ihren Mitarbeitern in der Schweiz, Deutschland, Österreich und anderen Ländern betreut. Insgesamt ist es die Absicht der beiden Unternehmen, gemeinsam noch stärker zu werden.