EU Kommission will Europas Versorgung mit Rohstoffen sichern Schluss mit Rohstoffengpässen in Europa?

Die EU Kommission hat eine Europäische Innovationspartnerschaft vorgeschlagen, in der Mitgliedstaaten, Unternehmen und Forscher gemeinsam die Exploration und Verarbeitung von Rohstoffen voranbringen sollen. Vor allem die Versorgung mit den für die Elektronik-Industrie wichtigen Seltenen Erden ist durch die Ausfuhrbeschränkung Chinas gefährdet.

Zwar gibt es bereits Forschungs- und Unternehmensinitiativen – z. B. von Siemens - zur Rohstoffsicherung in Europa, eine konzertierte Aktion fehlte aber bislang. »Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um Europas enormes Potenzial an Rohstoffen auszuschöpfen. Darin liegt der Schlüssel für die Fähigkeit Europas, heute die Technologien von morgen zu entwickeln«, erklärt Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum.

Im Rahmen der Partnerschaft soll mit Hilfe neuer Technologien der Zugang zu Rohstoffen in größeren Tiefen, in entfernteren Gebieten und unter schwierigeren Bedingungen erleichtert werden. Zudem sollen Ersatzstoffe für seltene Rohstoffe entwickelt und Rohstoffe besser und umweltverträglicher recycelt werden. Durchschnittlich produziert jeder EU-Bürger pro Jahr für 17 kg Elektrik- und Elektronik-Schrott. Das soll mit Hilfe der unlängst verabschiedeten WEEE 2.0 Verordnung der EU eingedämmt werden.  

Folgende Ziele soll die EU-Rohstoff-Innovationspartnerschaft bis spätestens 2020 umsetzen:

•    bis zu zehn innovative Pilotmaßnahmen (z. B. Demonstrationsanlagen) in den Bereichen Exploration, Gewinnung, Verarbeitung, Sammlung und Recycling
•    Substitute für mindestens drei Schlüsselanwendungen kritischer und knapper Rohstoffe;
•    verbesserte Effizienz bei Materialeinsatz, Prävention, Wiederverwendung und Recycling wertvoller Rohstoffe aus Abfallströmen mit besonderem Schwerpunkt auf Materialien, die möglicherweise negative Auswirkungen auf die Umwelt haben;
•    ein Netz von Forschungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungszentren im Bereich des nachhaltigen Bergbaus und des nachhaltigen Materialmanagements (M³);
•    standardisierte statistische Instrumente auf europäischer Ebene für die Erfassung von Ressourcen und Reserven und eine dreidimensionale geologische Karte;
•    ein dynamisches Modellierungssystem zur Verknüpfung von Angebots- und Nachfragetrends und eine umfassende Lebenszyklusanalyse;
•    eine aktive Strategie der EU in multilateralen Organisationen und bilateralen Beziehungen, wie mit den USA, Japan und Australien, in den verschiedenen Bereichen der Partnerschaft.