Einkaufsmanager-Index Schluss mit Katerstimmung?

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Der saisonbereinigte Teilindex Leistung verbesserte sich im Januar leicht und notierte auf einem Fünfmonatshoch. Allerdings verharrt er weiter deutlich im roten Bereich und signalisierte einen erneuten Rückgang der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe. Das zwölfte Minus in Folge spiegelte zum wiederholten Mal das grundsätzlich niedrige Nachfrageniveau in der Branche wider. Ebenfalls nicht zum ersten Mal verteilte sich die Schrumpfung wieder auf alle drei Teilbereiche der Industrie (Konsum-, Vorleistungs- und Investitionsgüter).

Auftragseingang insgesamt/Export: Die Anzahl der Neuaufträge ist im Januar nur leicht gesunken. Es war die niedrigste Schrumpfungsrate seit Oktober 2018 als der Abwärtstrend begann. Obwohl viele Umfrageteilnehmer erneut die wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten beklagten, die sich negativ auf Investitionsentscheidungen und Auftragsvergaben auswirken, gab es doch einige, die von einer zarten Belebung der Nachfrage berichteten.

Die Exportaufträge näherten sich im Januar einem stabilen Niveau an. Der entsprechende Teilindex notierte nur marginal unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten und damit auf dem höchsten Wert in der 17-monatigen Schrumpfungsphase. Einige der befragten Manager berichteten, dass vor allem in China und in den USA die Nachfrage anzog. Hersteller von Konsumgütern verbuchten Zuwächse während Firmen des Vorleistungsgüterbereichs kaum Veränderungen registrierten. Schlusslicht blieb der Investitionsgüterbereich, aber immerhin schwächte sich der Rückgang hier etwas ab.

Beschäftigung: Die Daten vom Januar zeigten einen weiteren deutlichen Rückgang des Beschäftigungsniveaus in der Industrie, womit sich die aktuelle Talfahrt auf elf Monate ausdehnte. Die Schrumpfungsrate blieb im Vormonatsvergleich unverändert und damit eine der kräftigsten seit der globalen Finanzkrise. Laut Sektordaten konzentrierte sich der Personalabbau auf den Vorleistungs- sowie den Investitionsgüterbereich.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Im Januar registrierten die Industrieunternehmen zum wiederholten Mal niedrigere Preise für Rohmaterialien. Etwa 28 Prozent der Umfrageteilnehmer meldeten eine Verbilligung und wiesen dabei vor allem auf die gefallenen Rohstoffpreise (insbesondere Stahl) hin. Zudem untergräbt ein Überangebot vielerorts die Preismacht der Zulieferer. Trotz einer leichten Abmilderung blieb die Rückgangsrate insgesamt kräftig.
Der starke Wettbewerb um neue Aufträge führte erneut dazu, dass viele Hersteller ihre Kosteneinsparungen im Einkauf in Form von Nachlässen bei den Verkaufspreisen an ihre Kunden weitergaben. Damit setzte sich der seit letztem Juli anhaltende Trend weiter fort. Die entsprechende Schrumpfungsrate beschleunigte sich gegenüber Dezember und lag über dem Durchschnitt der aktuellen Rückgangsphase. Während sich die Verkaufspreise für Konsumgüter verteuerten, verbilligten sie sich für Vorleistungs- und Investitionsgüter.

Jahresausblick: Der Teilindex Jahresausblick verbesserte sich im Januar den fünften Monat in Folge – nach dem Rekordtief vom vergangenen August. Damit stieg der Optimismus unter den deutschen Herstellern zu Beginn des neuen Jahres auf den höchsten Wert seit fast anderthalb Jahren. Vor allem die ersten Anzeichen einer Entspannung im Handelsstreit hob die Stimmung der Einkaufsmanager. Daneben erwarten viele, dass sowohl die Investitionen als auch die Exporte wieder ansteigen werden.

Über den EMI: Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des BME. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).