Vergussmaschinen-Spezialist blickt mit viel Optimismus in die Zukunft Scheugenpflug: Kräftiges Wachstum bei Umsatz und Personal

Erich Scheugenplfug, Scheugenpflug: »Die Investitionen 2009 haben sich auf jeden Fall ausgezahlt. Mit unseren neuen Produktionsmaschinen können wir schneller und in einer besseren Qualität liefern, zudem sind wir unabhängiger von der Zulieferindustrie.«
Erich Scheugenplfug, Scheugenpflug: »Die Investitionen 2009 haben sich auf jeden Fall ausgezahlt. Mit unseren neuen Produktionsmaschinen können wir schneller und in einer besseren Qualität liefern, zudem sind wir unabhängiger von der Zulieferindustrie.«

Ein Umsatzplus von 30 Prozent will der Vergussmaschinen-Spezialist Scheugenpflug allein in diesem Jahr erreichen. Bis 2015 soll sich der Umsatz sogar weit mehr als verdoppeln. Dabei setzt Vorstand Erich Scheugenpflug weiterhin auf den Produktionsstandort Europa, »denn für die Entwicklungs- und Produktionskompetenz gibt es für uns keinen besseren Standort als Europa bzw. Deutschland.«

Markt&Technik: Sie haben im letzten Jahr trotz eines leichten Umsatzrückgangs in 2009 in neues Produktionsequipment und Personal investiert. Hat sich das letztlich ausgezahlt?

Erich Scheugenpflug: Wir hatten in 2009 keinen nennenswerten Umsatzrückgang. Das Wachstum war nicht so ausgeprägt wie in den Vorjahren, aber von einem wirklichen Rückgang kann man nicht sprechen. Unser breites und gut etabliertes Produktspektrum und die Bedienung unterschiedlicher Märkte haben geholfen, das Jahr 2009 positiv abzuschließen.

Und ja, die Investitionen haben sich auf jeden Fall ausgezahlt. Mit unseren neuen Produktionsmaschinen können wir schneller und in einer besseren Qualität liefern. Zudem sind wir unabhängiger von der Zulieferindustrie. Die gewachsene Mitarbeitermannschaft wird nach der Einarbeitung und Weiterbildung der Grundpfeiler für unser ehrgeiziges Ziel bis 2015 sein: Wir steuern eine intensive und weltweite Wachstumsstrategie an.

Sie haben im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 22 Mio. Euro erwirtschaftet. Wie lautet das Umsatzziel bis 2015?

Unser Ziel für 2015 sind 60 Mio. Euro.

Scheugenpflug baut momentan räumlich, personell wie auch produktionstechnisch weiter aus. Welche Ziele stehen hinter diesem Ausbau?

Damit wir unser Umsatzziel 2015 erreichen, werden wir auch das Personal bis 2015 verdoppeln. Der Ausbau der Firmeninfrastruktur, organisatorisch wie auch räumlich, brauchen wir, um die gesetzten Ziele effizient erreichen zu können. Die modernen und großzügigen Arbeitsplätze motivieren unsere Mitarbeiter, die ambitionierten Ziele zu erreichen.

Die Nachfrage nach Ausrüstung für die Elektronikfertigung ist im letzten Jahr sehr schnell angestiegen. Wurden Sie im Zuge dessen auch mit Lieferengpässen Ihrer Zulieferer konfrontiert bzw. wie haben Sie Lieferengpässe abgefedert?

Ja, die Engpässe der Lieferanten haben auch wir zu spüren bekommen, wie auch die gesamte Branche. Allerdings konnten wir mit unserer ausgeprägten Fertigungstiefe gegensteuern. Wir sind froh, dass der Lieferverkehr inzwischen wieder nach normalen Verhältnissen tickt und unsere Zulieferer wieder den Anforderungen gerecht werden.

Treiber des Maschinenbaus ist derzeit der asiatische Markt. Hat sich Ihre Kundenstruktur in den letzten zwei Jahren verändert? Wie hoch ist der Anteil des europäischen Klientels und des asiatischen Klientels?

Das Treiben in unserer Branchen verspüren wir nicht nur aus Asien, sondern weltweit. Unsere Tochtergesellschaft in China, die bereits 2003 gegründet wurde, hat natürlich einen großen Anteil am Erfolg der globalen Scheugenpflug Gruppe. Die chinesischen Auftragseingänge in 2010 sind um rund  25 %  gewachsen.

Wie ist der Stand Ihrer globalen Präsenz derzeit - welche »weißen Flecken« in der Landkarte von Scheugenpflug wollen Sie mittelfristig noch abdecken?

Wir betreuen bereits den globalen Markt. Momentan sind wir dabei, das Vertriebs- und Servicenetz mit Vertriebspartnern noch enger zu flechten. Nach drei erfolgreichen Jahren unserer Tochtergesellschaft in den USA und der rasant wachsenden Nachfrage in Südamerika sind wir mit einigen potenziellen Partnern in intensiven Gesprächen.

Denken Sie über eine Produktionsverlagerung ins Ausland nach? 

Für die Entwicklungs- und Produktionskompetenz gibt es für uns keinen besseren Standort als Europa bzw. Deutschland. Langfristig sehen wir kleinere Produktionsstätten, wie wir sie schon in China haben, auch an weiteren globalen Knotenpunkten. Allerdings, und das ist uns sehr wichtig, nicht als Ersatz für die europäische Produktion, sondern als Ausweitung. Wir spiegeln sozusagen die Produktion aus Deutschland, um die Kunden auf den lokalen Märkten schneller und mit geringeren Lieferkosten bedienen zu können. So wie wir es schon seit vielen Jahren in China machen. Die Fertigung in Neustadt/Donau wird aktuell auch vergrößert und ausgebaut.

Wie schätzen Sie als Unternehmer die Chancen für den Produktionsstandort Deutschland und Europa ein?

In Neustadt/Donau befindet das Herzstück der Firma - darunter Produktarchitektur und Entwicklung -, was diesen Standort unabdinglich macht. Wir haben sehr gut ausgebildete Facharbeiter, eine starke Infrastruktur und gute Transportwege. Wir sehen keinen Grund, warum Europa das Nachsehen haben sollte.