Einfluss der Auftragsfertiger steigt Schadet Foxconns Negativ-Image Apple?

Fertigungsaufträge für rund 360 Milliarden US Dollar werden die Elektronikkonzerne laut IHS isuppli in diesem Jahr weltweit an EMS- und ODM-Unternehmen auslagern. Das sind etwa 20 Prozent der globalen Elektronikproduktion – Tendenz steigend. Damit steigt aber auch der Einfluss der Fertiger auf das Image ihrer Kunden – und das ist nicht immer zum Vorteil der Klientel.

Spätestens sei dem Apples „Haus- und Hoffertiger“ Foxconn durch sehr fragwürdige Arbeitsbedingungen Schlagzeilen machte, ist die Öffentlichkeit sensibilisiert: Und ein Erfolgskonzern wie Apple muss sich fragen lassen, ob er angesichts des Anspruchs an seine Marke solche Arbeitsbedingungen tolerieren will. Schließlich sind die Apple-Produkte ja nicht gerade zum Discount-Preis erhältlich. Im Gegenteil, iPhone und iPad zählen in ihrer Klasse zu den teuersten und imageträchtigsten Geräten. Und genau dieses Image ist seitdem – zumindest partiell –  angekratzt. Denn viele Verbraucher fragen sich, warum sie unter diesen Umständen so viel Geld für ihr Luxusgut bezahlen sollen. Aber nach Ansicht von Thomas Dinges, Senior Principal Analyst für die Auftragsfertigung bei IHS ist der Fall Apple/Foxconn nur die Spitze des Eisbergs: Die Markeninhaber haben inzwischen realisiert, dass das größte Risiko bei der Vergabe von Auftragsfertigungen in potenziellen Compliance-Risiken bestehe. Die Verantwortung einfach abzuwälzen, ist jedenfalls keine Lösung, denn letztlich fällt der schlechte Eindruck schnell wieder auf den Auftraggeber zurück.  

Inzwischen vergeben fast alle bekannten Elektronikkonzerne Fertigungsaufträge an einen EMS- oder ODM-Dienstleister. 2011 beziffert Dinges dieses Volumen weltweit auf etwa 360 Milliarden US Dollar, ähnlich hoch wird es in diesem Jahr sein. 2013 bis 2015 soll dieses Volumen noch einmal um rund 75 Milliarden US Dollar zunehmen. Allerdings wären die Auftraggeber gut beraten, zu überprüfen, ob die Arbeitsbedingungen und auch beispielsweise auch die Einhaltung gängiger Umweltvorschriften mit ihren Ansprüchen und ihrer Firmenphilosophie in Einklang stehen, bevor sie ihren Auftrag erteilen. Schließlich gibt es auch zahlreiche EMS- und ODM-Unternehmen, die ihr Personal ordentlich bezahlen und behandeln. Allerdings werden solche Unternehmen wohl etwas teuerer sein. Da muss sich der Auftraggeber wohl fragen, was ihm sein Image wert ist.