Foxconn-Gründer Gou Rückzug aus dem Präsidentschaftsrennen

Foxconn HQ

Terry Gou, Gründer und langjähriger CEO von Foxconn, zieht seine Kandidatur zur Präsidentenwahl in Taiwan zurück.

Er war für die derzeitige Oppositionspartei Kuomintang (KMT) ins Rennen gegangen, die sich um ein besseres Verhältnis zu Festlandchina bemüht. In einem überraschenden Schritt hatte er die Partei verlassen, weil sie korrupt sei, wie er sagte. Grundsätzlich wäre es noch möglich gewesen als unabhängiger Kandidat anzutreten.

Allerdings hatte Gou in einer Vorwahl gegen Tsai Ing-wen, Kandidat der Democratic Progressive Party (DDP) und jetzige Präsident, antreten müssen. Tsai Ing-wen, hat immer die Unabhängigkeit Taiwans betont. China dagegen sieht Taiwan als eine abtrünnige Provinz an, die mit Festlandchina wieder vereinigt werden müsse. Gou wollte wohl die konservative Wählerschaft nicht spalten und tritt deshalb nicht als unabhängiger Kandidat an.  

Im Juli hatte Gou in einer Vorwahl gegen Han Kuo-yu, den Bürgermeister von Kaohsing, verloren. Han gilt als aufsteigender Stern innerhalb der KMT, der  inzwischen die Mehrheit der KMT hinter sich bringen konnte. Sein Stil unterscheidet sich von den bisherigen führenden Politkern der KMT. Auch Gou kam gegen seine inzwischen dominierende Stellung nicht an.

Die Lage für China ist derzeit wegen der Proteste in Hongkong heikel. Anfang des Jahres hatte Xi Jinping, der Präsident von China, vorgeschlagen, Taiwan ähnlich wie Hongkong entsprechen der Strategie »Ein Land, zwei Systeme« einzubinden. Dass dies in Taiwan derzeit auf wenig Gegenliebe stößt, zeigen Umfrageergebnisse, nach denen der Kandidat der DDP, Tsai Ing-wen, einen Vorsprung von 10 Prozent vor Han hat. Die Wahl in Taiwan findet am 11. Januar 2020 statt.

In China wurde Gous Rückzug offenbar positiv aufgenommen, weil er so eine Spaltung der konservativen Wähler verhindert hat und damit Chancen bestehen, dass Han die Wahl zur Präsidentschaft doch noch gewinnt. Ursprünglich wäre China Gou als Präsidentschaftskandidat sicherlich sehr gelegen gekommen, weil Foxconn in Festlandchina riesige Werke betreibt und Gou über die Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis mit der chinesischen Regierung aufgebaut hat. Nun hat ihn die regierungsnahe chinesische Zeitung »Global Times« zu diesem »historisch richtigen Schritt« beglückwünscht, weil so die Solidarität innerhalb der KMT zumindest auf absehbare Zeit gerettet worden sei.