Trotz weniger Bestellungen Produktion der Elektroindustrie bleibt stark

ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann
Dr. Andreas Gontermann, ZVEI: „Die – um Preiseffekte bereinigte – Produktion der Elektrounternehmen ist im Juli um ein Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen und erweist sich damit weiter als robust.“

Die Bestellungen in der deutschen Elektroindustrie sind auch im Juli dieses Jahres hinter ihrem Vorjahresstand zurück geblieben. Insgesamt gaben sie um sieben Prozent nach. Trotzdem erweist sich die Produktion weiterhin als robust und stieg im Vorjahresvergleich sogar leicht an, wie der ZVEI berichtet.

Inländische Kunden orderten zehn Prozent weniger, ausländische vier Prozent. Kumuliert von Januar bis Juli 2012 gingen zehn Prozent weniger Aufträge ein als vor einem Jahr. Mit minus 16 Prozent fiel der Rückgang bei den Inlandsbestellungen dabei deutlich höher aus als bei den Auslandsbestellungen, die um drei Prozent geringer ausfielen. „Allerdings war der Umfang inländischer Großaufträge im vergangenen ersten Halbjahr auch sehr hoch, so dass jetzt Basiseffekte die Entwicklung überzeichnen“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Nach dem Plus im Vormonat sind die Erlöse der deutschen Elektrounternehmen auch im Juli 2012 leicht um ein halbes Prozent gegenüber Vorjahr auf 14,7 Mrd. Euro gestiegen. Das Geschäft mit inländischen Kunden legte um knapp eineinhalb Prozent auf 7,8 Mrd. Euro zu, wohingegen der Auslandsumsatz bei 6,9 Mrd. Euro stagnierte. Im Gesamtzeitraum von Januar bis Juli dieses Jahres beliefen sich die Branchenerlöse auf 99,8 Mrd. Euro und lagen damit knapp ein Prozent unter Vorjahr. Inlands- und Auslandsumsätze blieben mit 52,2 Mrd. Euro stabil bzw. nahmen um zwei Prozent auf 47,6 Mrd. Euro ab.

„Die – um Preiseffekte bereinigte – Produktion der Elektrounternehmen ist im Juli um ein Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen und erweist sich damit weiter als robust“, so Dr. Gontermann. Zwischen Januar und Juli 2012 hat der Branchenausstoß seinen Vorjahreswert ebenfalls um ein Prozent übertroffen. Ihre Produktionspläne haben die Elektrounternehmen im August 2012 deutlich heraufgesetzt. Waren sie im Juli per Saldo noch ins Minus gerutscht, lagen sie im August wieder im Plus. 14 Prozent der Firmen wollen ihren Output in den nächsten drei Monaten erhöhen. 77 Prozent planen, ihr gegenwärtiges Produktionsniveau stabil zu halten, neun Prozent wollen es zurückfahren.

Nach zuletzt drei Rückgängen in Folge ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im August dieses Jahres wieder leicht gestiegen. Bei der Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Lage durch die Elektrounternehmen hat der Saldo aus positiven und negativen Antworten im August leicht von plus 15 auf plus 16 Prozent zugelegt. Zwar befinden sich die allgemeinen Geschäftserwartungen – als zweite Komponente des Geschäftsklimas neben der Lageeinschätzung – unter dem Strich weiterhin im Minus. „Allerdings hat sich der Saldo aus positiven und negativen Meldungen für die kommenden sechs Monate hier zwischen Juli und August 2012 bereits wieder verbessert“, unterstreicht Dr. Gontermann.