ML-Industrieelektronik initiiert ein Vertriebsnetz für Rest- und Überbestände Per E-Mail Lieferengpässe überbrücken

Heinz Mauder, ML-Industrieelektronik: »Hinter unserem Vertriebsnetzwerk steckt kein Geschäftsmodell, wir wollen also damit kein Geld verdienen.«
Heinz Mauder, ML-Industrieelektronik: »Hinter unserem Vertriebsnetzwerk steckt kein Geschäftsmodell, wir wollen also damit kein Geld verdienen.«

Viele EMS-Firmen tun sich nach wie vor schwer, ihren Komponentenbedarf »in time« zu decken. Auf der anderen Seite hat so manche EMS-Firma aber auch Bauteile auf Lager, die sie derzeit nicht benötigt. Die Schieflage zwischen Angebot und Nachfrage brachte ML-Elektronik auf eine findige Idee: ein Vertriebsnetz für Rest- und Überbestände.

Und simpel ist das Konzept obendrein: Es basiert auf einem einfachen E-Mail-Verteiler, den ML-Geschäftsführer Heinz Mauder regelmäßig aktualisiert und den teilnehmenden Unternehmen zur Verfügung stellt. Es gibt keine aufgeblasene Online-Plattform, keine Broking-Mechanismen und also auch keine Gebühren. »Dahinter steckt kein Geschäftsmodell, wir wollen also damit kein Geld verdienen«, sagt der ML-Chef. »Vielmehr geht es um Hilfe zur Selbsthilfe, möglichst einfach und effektiv den Bedarf zu decken.« ML-Industrieelektronik mit Sitz in Stock hat sich auf die Fertigung, Montage und Prüfung elektronischer Baugruppen spezialisiert.

Die Auftragslage für die EMS-Firma ist gut, aber die Hersteller und Distributoren von Elektronikkomponenten kommen nach wie vor mit ihren Lieferungen nicht hinterher. »Lange Lieferzeiten von bis zu 50 Wochen und hohe Preise sind die Folge, und es sieht nicht so aus, als würde sich die Situation in den nächsten Monaten verbessern«, sagt Mauder und weist dabei auf eine absurde Situation hin: Auf der einen Seite bleibt die Liefersituation weiterhin angespannt, dringend benötigte Bauteile, etwa zu Bestückung von Platinen, sind kaum zu beschaffen. Andererseits sind die Regale von Unternehmen wie ML-Industrieelektronik voll. »Hier lagern Bauteile, die wir in größeren Stückzahlen beschaffen mussten, als wir für die jeweiligen Aufträge benötigten«, so Mauder, »und für die wir jetzt vorläufig keine Verwendung mehr haben«. Aber vielleicht andere Unternehmen? Das brachte Mauder auf die Idee, ein Vertriebsnetz für Rest- und Überbestände ins Leben zu rufen.