Marktstudie OEMs wollen 2013 weniger Auftragsfertiger beschäftigen

Mehr als die Hälfte der OEMs wollen im kommenden Jahr weniger Auftragsfertiger beschäftigen als bisher. Das berichtet das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli in seiner aktuellen Analyse »IHS iSuppli Outsourced Manufacturing Terms, Conditions and Best Practices«.

51 Prozent der weltweit befragten OEMs wollen demnach 2013 die Zahl der EMS-Firmen, mit denen sie zusammenarbeiten, reduzieren. Im Durchschnitt beschäftigt derzeit nach Angaben von IHS isuppli jeder OEM acht Auftragsfertiger, darunter EMS-, ODM- und/oder JDMs. (EMS: Electronics Manufacturing Services, ODM: Original Design Manufacturers, JDM: Joint Design Manufacturers.)

Dass Firmen ihre Lieferantenbasis reduzieren und dafür lieber mehr Dienstleistung und eine tiefere Wertschöpfung von einem Lieferanten einkaufen liegt im Trend. Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch auf dem Komponentenmarkt ab: Auch dort konsolidieren die Einkäufer ihre Lieferquellen in den letzten Jahren immer mehr und konzentrieren sich zunehmend auf wenige Kernlieferanten. 

Die Gründe für diese Konsolidierung liegen auf der Hand: Weniger Lieferanten bedeuten auch weniger administrativen Aufwand und damit weniger Kosten. Das ist laut IHS isuppli auch der Hauptgrund, warum die OEMs die Zahl ihrer Auftragsfertiger reduzieren möchten.

Nach Einschätzung von Thomas J. Dinges, CFA und Senior Principal Analyst für EMS & ODM Research könnte diese Tendenz auch dazu führen, dass einige EMS-Anbieter vom Markt verschwinden und dadurch in den nächsten in den nächsten 12 Monaten die ODM und JDMs Aufwind bekommen, weil diese in der Wertschöpfung noch einmal einen Schritt tiefer gehen als ein klassischer EMS-Auftragsfertiger und somit dem OEM mehr Leistung aus einer Hand bieten können. Letzteres gilt aber vor allem für das Outsourcing-Geschäft im hochvolumigen Consumerumfeld in Asien. Der EMS-Markt in Deutschland und Mitteleuropa ist hier deutlich anders strukturiert.