Die Einflüsse von REACH und Brexit »Obsolescence ist international«

Vorne: Stuart Kelly, President des IIOM (links), und Dr. Wolfgang Heinbach, Vorstandsvorsitzender der COGD. Hinten: Jon Anslow, Leonardo, Vorsitzender des UK-Chapters (links), und Axel Wagner, Stellvertretender Vorsitzender der COGD
Vorne: Stuart Kelly, President des IIOM (links), und Dr. Wolfgang Heinbach, Vorstandsvorsitzender der COGD. Hinten: Jon Anslow, Leonardo, Vorsitzender des UK-Chapters (links), und Axel Wagner, Stellvertretender Vorsitzender der COGD

Auf der IIOM Conference in London fanden sich unter dem Thema „Managing the Costs of Obsolescence Management“ Experten aus unterschiedlichen Branchen zusammen, um gemeinsam Strategien gegen Obsolescence-Risiken zu diskutieren und entwickeln.

Die vom International Institute of Obsolescence Management (IIOM) ausgerichtete Veranstaltung findet alle zwei Jahre in verschiedenen Ländern statt und hatte dieses Jahr Teilnehmer aus insgesamt 15 Ländern. Allein diese Zahl zeige, wie global das Thema Obsolescence-Management sei, so Stuart Kelly, President des IIOM, in seiner Eröffnungsrede. Entsprechend sei eine möglichst internationale Organisation notwendig. Wie diese aussehen könnte, unterstrich er mit einer Ankündigung: Die Components Obsolescence Group Deutschland (COGD) werde zukünftig ein weiteres Chapter der IIOM sein. Die IIOM hat bereits Mitglieder aus mehreren Ländern, darunter das UK-, US- und demnächst ein indisches Chapter. Interesse aus den Benelux-Ländern, Italien, Brasilien und Australien sei ebenfalls vorhanden.

Der Beitritt der COGD zur neuen IIOM-Organisation könnte für smartPCN, den maschinenlesbaren Standard der COGD für automatisierbaren Austausch von Produktänderungen und -abkündigungen (PCN), den internationalen Durchbruch bedeuten: »In der Realität treffen die meisten PCNs der Hersteller in unterschiedlichen Formaten bei den Unternehmen ein«, erklärte Dr. Wolfgang Heinbach, Geschäftsführer von GMP German Machine Parts und D+D+M Daten- und Dokumentationsmanagement sowie Vorstandsvorsitzender der COGD. »Für den Anwender heißt das in der Regel mehr als 80 Prozent manuelle Arbeit. Damit sich dies ändert und Anwender von den Herstellern fordern können, smartPCN zu nutzen, streben wir eine internationale Standardisierung an.« Erste Schritte in diese Richtung hat die COGD mithilfe des DKE und VDE getan. »Durch den Zusammenschluss mit der IIOM und dem daraus entstandenen Kontakt zum amerikanischen Verteidigungsministerium kommen wir einer internationalen Standardisierung durch die IEC noch näher.«

Axel Wagner, Head of Department Compliance & Compliance Officer bei Würth Elektronik und Stellvertretender Vorsitzender der COGD, fügte hinzu: »Über diesen Weg bekommen wir die Chance, die Standardisierung des smartPCN-Standards in die richtigen Bahnen zu lenken. So könnte smartPCN für die Halbleiterhersteller in den Vereinigten Staaten verpflichtend werden, was für den Anwender nur Vorteile hätte.«

Aktualisierte Abfallrahmenrichtlinie fördert Risiken

Im Rahmen des 2015 verabschiedeten EU-Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft ist bereits im Juli 2018 eine überarbeitete Abfallrahmenrichtlinie mit dem neu formulierten Artikel 9 in Kraft getreten. Demnach müssen Hersteller und Importeure der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zukünftig alle besonders besorgniserregende Stoffe (SVHCs) melden, die zu 0,1 oder mehr Prozent in ihren Artikeln enthalten sind. Bis zum 5. Januar 2020 soll nun die ECHA zudem eine Datenbank mit den entsprechenden SVHCs aus der REACH-Kandidatenliste entwickeln und die Informationen Abfallbetreibern und Verbrauchern zur Verfügung stellen.