Organische Elektronik Neus OLED-Material: Konkurrenz für »Small Molecules«und Polymere?

Bislang existieren zwei anerkannte OLED-Basis-Materialien: »Small Molecule« und »leuchtende Polymere«. Das Unternehmen Polar OLED verfolgt einen neuen Ansatz: Flüssigkristall-Polymer-Netze, die mittels UV-Licht zu einer Schicht verbunden werden.

Die Vorteile im Vergleich zu den bekannten Verfahren sind niedrigere Herstellungskosten und die Möglichkeit, das Material auf Glas- oder Plastiksubstrate zu applizieren.

Das von vielen Display-Herstellern favorisierte Material »Small-Molecule« gilt als relativ teuer in der Herstellung und lässt sich nur auf Glassubstrate applizieren. Dennoch hat die im Vakuumverfahren aufgedampfte Small-Molecule-Variante gegenüber polymerbasierten OLEDs Vorteile: Effizienz, Lebensdauer und Qualität sind höher als bei nicht vakuumaufgedampften Produkten.

Geeignet auch als Basis für OLED-Displays?

Bisher haben beispielsweise Sony, LG und Kodak Small-Molecule-Displays in kleinen TV-Geräten und Mobiltelefonen im Serieneinsatz. Aber auch Small-Molecule-OLEDs stoßen an ihre Grenzen, wenn es um die Skalierbarkeit in Richtung größerer Display-Panels geht. Genau hier sieht Prof. Steve Kelly, University of Hull und Mitbegründer von Polar OLED, die Vorteile seines neuen Materials: »Unser neues Verfahren erlaubt es, skalierbare, hoch auflösende OLEDs herzustellen. Außerdem lässt sich das Material auf unterschiedliche Oberflächen aufbringen«, erklärt er.

So lässt sich das Material von Polar OLED beispielsweise auch auf flexiblen Plastik-Oberflächen anwenden. Ein weiterer Vorteil ist: Das Polar-OLED–Material ist nicht nur zu Beleuchtungszwecken oder als Displays einsetzbar, sogar in der Photovoltaik als Photoalignment-Schichten für unterschiedliche Emitter-Materialien sieht Kelly ein mögliches Anwendungsfeld. 

Welche chemische Zusammensetzung und Reaktion genau hinter dem Polar-OLED-Material stecken, ist Verschlusssache. Nur so viel gibt das Unternehmen preis: Die Verwendung von Flüssigkristallen im Polar-OLED-Material ermöglicht es, die Emissionsschicht und die Transportschicht der OLED zu drucken oder unter Verwendung von Lösungsmittel »aufzugießen«.