Fraunhofer IPMS Institut "COMEDD" wird eigenständig Neues Fraunhofer Institut für Organische Elektronik

Zum 1. Juli wurde die Fraunhofer-Einrichtung für Organik, Materialien und Elektronische Bauelemente - COMEDD - unter Leitung von Prof. Karl Leo zu einer selbstständigen Einheit. Bislang war COMEDD Teil des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS.

Mikrodisplays, flexible organische Solarzellen und vor allem stromsparende, farbintensive Beleuchtung aus organischen LEDs, kurz OLEDs - das sind die bisherigen Arbeitsschwerpunkte von COMEDD. Für den erfolgreichen Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung in industrielle Anwendungen und Produkte erhielt Prof. Karl Leo 2011 den Zukunftspreis des Bundespräsidenten. Nun geht es in eine eigenständige Zukunft. Dafür haben sich Prof. Karl Leo und sein Team, das noch in diesem Jahr auf etwa 80 Mitarbeitende anwachsen soll, einiges vorgenommen: die organischen Halbleiter als eine Schlüsseltechnologie zu etablieren. »Die Eigenständigkeit ist für uns ein wesentlicher Schritt, um die organische Elektronik mit der Intensität voranzubringen, die in diesem marktrelevanten Forschungsfeld erforderlich ist«, sagt Prof. Karl Leo. »Wir konnten mit unseren wissenschaftlichen Leistungen in den vergangenen Jahren einen guten Ruf aufbauen und sind in Europa das führende Institut für großflächige OLEDs. Zudem haben wir uns im regionalen Netzwerk Organic Electronics Saxony gut mit der Industrie vernetzt. Dazu zählen nicht zuletzt auch einige erfolgreiche Ausgründungen aus unserem Forschungsbereich.«

Entwicklung des Fraunhofer IPMS

Entstanden ist das Fraunhofer IPMS 1992, durch die Übernahme von Einrichtungen der mikroelektronischen Forschung der DDR - zunächst als Außenstelle des Duisburger Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen IMS. 2003 wurde daraus ein eigenständiges Institut unter Leitung von Prof. Hubert Lakner. In den darauffolgenden Jahren wuchs der Bereich Photonische Mikrosysteme, auch dank zahlreicher Kooperationen mit der Industrie. Als weiteres Standbein baute Prof. Karl Leo die organische Elektronik auf und wurde 2007 Mitglied der Institutsleitung. Die nun vollzogene Aufteilung in zwei selbstständige Einheiten fördert die dynamische, konzentrierte Entwicklung in den jeweiligen Forschungsfeldern.

Prof. Hubert Lakner leiter weiterhin das IPMS mit etwa 180 Mitarbeitern. Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten liegt insbesondere in der Entwicklung von optischen Sensoren und Aktoren oder Mikrosystemen für intelligente photonische Systeme, bei denen die Mikrospiegel-Arrays eine wesentliche Rolle spielen. »Wir am IPMS werden uns auf unsere zentrale Aufgabe, die Mikro- und Nanoelektronik fokussieren. Mit unseren Forschungsarbeiten leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um auch traditionelle Industrien in Deutschland und Europa zu stärken. Denn die Mikroelektronik ist - auch wenn man sie oft nicht sieht - eine Schlüsseltechnologie für die unterschiedlichsten Anwendungen, sei es im Auto, in Präzisionsmaschinen, in der Medizintechnik, in jedem Smartphone oder Computer oder für die Elektromobilität.« Geplant ist zudem eine intensivere Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen.