EMS im Wandel der „Sharing Economies“ Mit „Design for Excellence“ vom EMS zum ODM

Wurden vor ein paar Jahren die Kriterien rund um die Baugruppenfertigung für die Lieferantenauswahl berücksichtigt, so sind es heute weit mehr Kompetenzfelder, die einen EMS-Anbieter auszeichnen müssen, damit er den Wandel der „Sharing Economies“ als Realisierungspartner mitgehen kann.

Das Dienstleistungsumfeld des EMS-Anbieters wandelt sich rasant. Um die vielfältigen Entwicklungsdisziplinen entlang der Zulieferkette beherrschen zu können, ist ein EDMS-Anbieter, also EMS mit ausgeprägter Design-Kompetenz, wofür das „D“ steht, heute darauf fokussiert, über ausgewiesene interne Applikations-, Test- und NPI-Designstrukturen zu verfügen. Bislang konnten die Anbieter dies auch mit Partnern lösen, doch wenn die Zeit eine Rolle spielt, bleibt die Zahl der Beteiligten besser klein.

Im Zeitalter digitaler Lieferketten-Anbindungen, unzähliger Tech-Foren und Qualitätserkenntnisse entlang intra- und extralogistischer Prozessketten ist es ein absolutes Muss, Echtzeit-Unterstützung zu beliebigen technischen Herausforderungen anzubieten. Nur so ist es möglich, schnittstellenfreie und nachhaltige Verbesserungen im Lebenszyklus der Kundenapplikationen grösstmöglich störungsfrei zu implementieren. Themenbereiche entlang des Design for Manufacturing, Design for Test, Design for Logistic oder Design for Security benötigen projektspezifische Tiefenkompetenz, um dem OEM bestmögliche Voraussetzungen für seinen Markterfolg zu bieten.

Internationale Zugriffe auf die globalen Beschaffungsmärkte erfordern ein internationales Setup der EMS-Firmen. Nur so ist es möglich, die richtigen, designspezifischen Komponenten zum richtigen Preis unter Berücksichtigung einer kommerziellen Total-Cost-of-Ownership-Perspektive für die jeweiligen OEM-Applikationen zu bekommen. Dieses Design to Cost erfordert die frühestmögliche Einbindung des EDMS-Partners in die Projekt- und Marketingumgebung des OEM.

Design for Excellence als Vorstufe zum digitalisierten ODM

Diese Marketing-Einbindung lässt den Schluss zu, dass sich der professionelle EMS-Anbieter mehr und mehr zum ODM (Original-Design-Manufacturer) entwickeln wird. Aus der Design-Perspektive kann dies grundsätzlich bestätigt werden. Um vollwertiger ODM-Partner zu sein, entwickeln EDMS-Anbieter zusätzlich ihr Leistungsprofil weit über die Elektronikfertigung hinaus hin zum professionellen Leistungserbringer mechatronischer Fertigungsschritte. Dieser eigentliche Systemansatz vervollständigt dann die Tiefenkompetenz des heutigen systemorientierten technischen Dienstleisters. Mit diesem Ansatz wandelt sich die Forschungs- und Entwicklungs-Perspektive vom entwicklungsverantwortlichen Unternehmen zu einer „shared“, sprich: geteilten Forschungs- und Entwicklungskompetenzumgebung hinsichtlich der Schwerpunkte Applikationsnutzen, Differenzierung sowie Realisierungswissen.

Diese enge Abstimmung fördert eine kurze und kundenbedürfnisorientierte Markteinführungszeit, die in agilen Projektumgebungen zu konsequenten und marktgerichteten Lösungen führt. Die Lösungs-Performance hängt davon ab, das Potenzial digitaler Plattformen maximal auszunutzen, sei dies in der prozessualen Intralogistik oder in der Vernetzung sämtlicher Supply-Chain-Partner via End-to-End-Lösungen. Geschwindigkeit sowie die Eliminierung von Fehlerquellen entlang des Produktlebenszyklus, also nach der Design-Phase im Prototypenbau, in der Serienfertigung, aber auch durch IoT-Cleverness im After-Sales, erfordert ein ganzheitliches Wissen über die Anforderungen der OEM-Applikation und prädestiniert damit die EDMS-Industrie in ihrer Weiterentwicklung hin zum ODM.

ODM als „shared“ Partner von Ökosystem-Konglomeraten

Die Innovationen, die durch disruptive digitale Geschäftsmodelle derzeit die Märkte in ihren Value- und Supply-Chains neu strukturieren, benötigen ein hochentwickeltes Realisierungswissen entlang des gesamten Gestehungsweges eines Ökosystems. Künstliche Intelligenz im Design-Umfeld wird den modernen, einleitend beschriebenen Design-for-Excellence-Ansatz vielfältig unterstützen und somit Innovationen sicherer und kompetitiver gestalten.

Diese neue, hochintegrierte Applikationsvielfalt benötigt Ökosystem-Partner, welche im Gesamtverständnis mit einem gut funktionierenden Realisierungssystem diese Innovationsschritte begleiten können. Dies erfordert ein kontinuierliches Streben nach weiterer Integration, weiterer Vernetzung und hoher Kompetenz innerhalb dieser neuen Systemanforderungen. Wir dürfen uns daher auf die spannende weitere Evolution der EMS-Industrie freuen!