Stückzahlen, von denen man bislang nur träumen konnte MID-Bauteile: Die Laser-Direkt-Strukturierung auf der Überholspur

LDS-Antennen in mehr als 100 Mio. Handys

Den schnellen Siegeszug hat die LDS-Technologie in China angetreten – genauer gesagt in den dort produzierten Mobiltelefonen. Moderne Smart-Phones funken auf allen Frequenzbändern: mit laserstrukturierten, dreidimensionalen Antennen, die sich auf den vorhandenen Kunststoffbauteilen abbilden lassen.

Das LDS-Verfahren ist in diesem Segment besonders interessant, weil sich der räumliche Aspekt der Technologie voll ausschöpfen lässt. Auch die geforderten feinen Strukturen und Geometrien lassen sich vergleichsweise einfach realisieren.



Nach dem die ersten Projekte erfolgreich verliefen, hat am Markt ein regelrechter Dominoeffekt hinsichtlich der Projektstarts eingesetzt. Im September letzten Jahres gipfelte das Interesse  dann im bislang größten Auftrag der Firmengeschichte von LPKF, einem Auftrag in der Höhe von mehr als 6 Mio. Euro für Lasersysteme zur Herstellung der angesprochenen dreidimensionalen Handyantennen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass eine Technologie, die jahrelang in den Startlöchern verweilte, nun endlich am Markt angekommen ist!

Bereits in diesem Jahr werden nach Angaben von LPKF mehr als 100 Mio. Mobiltelefone die LDS-Antennen enthalten. 2011 dürfte die Zahl noch deutlich höher ausfallen!

Daher kündigt das Unternehmen an, seine Aktivitäten in China in diesem Jahr noch weiter auszubauen. Geplant ist unter anderem, dort ein LDS-Technologiezentrum zu errichten. »Aktuell liegt der Asienanteil an unserm Konzern-Umsatz bei fast 50 Prozent, und wir gehen davon aus, dass sich diese Tendenz fortsetzen wird«, sagt Dr. Ingo Bretthauer.

Und was kommt nach der LDS-Antenne?

Ob die rasante Entwicklung der MID-Technologie so weiter gehen wird, wie in den letzten Monaten, hängt auch von der nächst möglichen Applikation ab.
»Wir stehen noch am Anfang und sind fest entschlossen, das große Potenzial der LDS-Technologie auszuschöpfen«, beteuert Dr.Ingo Bretthauer.

»Nahezu überall, wo Elektronik und Kunststoff aufeinander treffen, gibt es auch Möglichkeiten, das LDS-Verfahren in der Produktion einzusetzen.« Und selbst bei den Mobilfunkantennen decke man erst einen Teil des Marktes ab. »In diesem Kernmarkt sehen wir noch signifikante Wachstumschancen.«

Ausgehend von den heutigen Smart-Phones wird sich die LDS-Antennentechnologie wohl auf das mittlere Handysegment ausweiten. Großes Potenzial dürfte auch der gesamte Note- und Netbook-Markt bieten, da in den Geräten ebenfalls Antennen zum Einsatz kommen. Und auch hier handelt es sich um einen Markt, der mit hohen Stückzahlen glänzt.