Stückzahlen, von denen man bislang nur träumen konnte MID-Bauteile: Die Laser-Direkt-Strukturierung auf der Überholspur

Woher kommt die erstaunliche antizyklische Entwicklung von LPKF?

»Es wäre falsch zu behaupten, dass unser Unternehmen von der Wirtschaftskrise nicht betroffen war«, schickt Dr. Ingo Bretthauer, Vorstandsvorsitzender von LPKF, voraus: »Mehrere Geschäftsfelder haben unter einer schwachen Nachfrage gelitten.« Im Bereich der Dünnschichttechnologie, wo es um Lasersysteme zur Strukturierung von Solarzellen geht, war LPKF im letzten Jahr mit einem drastischen Rückgang der Auftragseingänge konfrontiert. Des Weiteren hat sich im Segment Rapid Prototyping die allgemeine Investitionszurückhaltung der Kunden niedergeschlagen.

 

Die dennoch positiven Geschäftszahlen hängen mit dem Boom der MID– und im Speziellen der LDS-Technologie (Laser-Direkt-Strukturierung) zusammen, einem Verfahren zur Herstellung der Molded Interconnect Devices. Denn – für Außenstehende beinahe über Nacht – war der Durchbruch in die Massenproduktion geschafft. »Der lange Atem und die Beharrlichkeit, mit der wir an diese Technologie geglaubt haben, zahlen sich jetzt aus«, bilanziert Dr. Ingo Bretthauer.

Der Hintergrund: Mitte 2008 ist bei LPFK bereits intern diskutiert worden, ob die langjährigen Entwicklungsanstrengungen im Bereich der Laser-Direkt-Strukturierung wegen mangelnden Erfolges eingestellt werden sollen. Auch als Dr. Bretthauer am 1. Februar 2009 sein Amt als Vorstandsprecher angetreten hat, sahen die Aussichten noch nicht so berauschend aus. Die LPKF-Aktie notierte Anfang des Jahres 2009 nahe am historischen Tiefpunkt. Auch spiegelte sich zu diesem Zeitpunkt die Umsatzschwäche in noch allen LPKF Segmente wider.