Plexus in Deutschland Lokaler Support, globales Know-how

Anforderungen der Kunden

Gerade in der Medizinbranche sind die Vorgaben meist sehr hoch und die Entwicklung von Geräten komplex und langwierig. Wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen?

Oliver Mihm: Im Bereich Healthcare / Life Science dreht sich derzeit alles um zwei Themen: Zum einen sind innovative Lösungen gefragt, um die steigenden Kosten im Gesundheitswesen weltweit zu reduzieren. Zum anderen müssen die parallel wachsenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Innovative Healthcare-Produkte setzten daher verstärkt auf neueste Technologien aus anderen Branchen und kombinieren sie. Im Trend liegen zum Beispiel Sensoren, die am oder im Körper angebracht werden und Daten direkt – z.B. über das Smartphone – an die Patienten oder das medizinische Fachpersonal senden. Mit unserer Expertise in anderen Bereichen – zum Beispiel Mikroelektronik oder WiFi-Technologien – helfen wir Kunden bei der Realisierung ihrer Produkte.

Das Internet der Dinge und Industrie 4.0 treiben die Märkte weiter an, eröffnen Chancen, bergen aber auch Risiken. Wo sehen Sie allgemein die Trends in der Branche?

Oliver Mihm: Einen Trend können wir ganz klar ausmachen: OEMs integrieren verstärkt bereits bestehende Technologien aus anderen Branchen in ihre Produkte. Ziel ist es, so neue Funktionalitäten und Anwendungsbereiche anbieten zu können. Der IoT-Trend ist ein gutes Beispiel dafür. Ehemals nicht vernetzte Geräte sind mittlerweile mit einer ganzen Reihe an Wireless-Technologien und Netzwerkprotokollen ausgestattet. Oder lassen Sie uns noch einmal auf die Medizinbranche zurückkommen, hier findet ganz klar ein Wandel statt: Diagnosegeräte kommen nicht mehr nur in großen Laboren zum Einsatz, sondern immer häufiger auch in Kliniken und Gesundheitseinrichtungen vor Ort – teilweise sogar in den eigenen vier Wänden der Patienten. Gefragt sind einfach zu bedienende Produkte mit neuen technologischen Features wie Touchscreen und mobilen Apps – Funktionen also, wie wir sie aus dem Consumer-Bereich kennen. Das ist ein klassischer Fall, bei dem Hersteller gerne auf die Expertise von EMS-Dienstleistern wie Plexus zurückgreifen. Wir steuern unsere branchenübergreifende Erfahrung bei und arbeiten gleichzeitig gemeinsam mit den Kunden an der Implementierung der spezifischen Technologie in die Endandwendung.

Eng damit verbunden ist ein anderer Trend: Der Anteil an Software in den Produkten schießt in die Höhe. Mittlerweile ist unser Software-Team in Darmstadt die größte Abteilung – und sie wächst weiter kontinuierlich. Wir sehen auch, dass viele Kunden zu uns kommen, die ihre Produkte re-designen wollen, um so Stückkosten zu senken. Unser umfassendes Leistungsportfolio ermöglicht es uns hier, auch bei komplexen Produkten dieses Ziel zu erreichen und die Lebensdauer deutlich zu verlängern.

Die Anforderungen auf Kundenseite haben sich also in den letzten fünf Jahren stark verändert?

Robert Frodl: Als wir in Deutschland starteten, unterstützten wir unsere Kunden in erster Linie mit speziellen Lösungen wie dem Design-for-Excellence. Oder wir halfen, Obsoleszenz-Probleme zu lösen. Mit den Jahren haben wir engere Kundenbeziehungen entwickelt und werden nun voll in die Entwicklung von schlüsselfertigen Produktlösungen mit einbezogen. Viele dieser Projekte begleiten wir auch bis in die Fertigung bei Plexus. Oft übernehmen wir auch das Entwickeln der Teststrategie und der Testgeräte.

Der Umfang unserer Unterstützung hängt aber immer von den Anforderungen und Bedürfnissen unserer Kunden ab. Wir unterstützen beispielsweise das Entwicklungsteam oder setzen ein Re-Design um. In anderen Fällen umfasst unser Support den kompletten Produktlebenszyklus – von der Konzeption und der Entwicklung über den Produktionsablauf bis zu After Sales Services. Dank unserer langjährigen Erfahrung und unseres breiten Spektrums an Ressourcen sind wir sehr agil und können Kunden bei unterschiedlichsten Anliegen helfen. Das hat sich bewährt und wird sich auch in Zukunft nicht ändern.