Plexus in Deutschland Lokaler Support, globales Know-how

Produktionsstandorte

Und mit dem Design Center in Darmstadt können Sie diesen lokalen Support leisten?

Robert Frodl: Ganz genau. Wir haben das Design Center in Deutschland eröffnet, um unseren Kunden unsere Services von einem lokalen Standort aus anbieten zu können, in der Produktentwicklung und in Vermarktung. Das Know-how unseres Teams in Darmstadt reicht von Software, digitaler und analoger Hardware und mechanischer Entwicklung einschließlich Industriedesign bis zu Qualitäts-, Test- und Projektmanagement. In enger Zusammenarbeit zwischen unseren weltweit sechs Design Centers lassen sich so lokale Projekte auf globaler Ebene realisieren. Und dank unseres Produktionsstandorts in Rumänien können wir eine kosteneffektive Fertigung garantieren.

Beim Produktionsstandort unterscheiden Sie sich von anderen großen EMS-Dienstleistern, die mittlerweile – auch teils über Fusionen und Übernahmen – auch in Deutschland fertigen, auch weil viele Kunden die Nähe zur Fertigung zumindest im Serienanlauf schätzen. Plexus produziert nach wie vor in Rumänien. Halten Sie an dieser Strategie fest – und wenn ja, warum?

Oliver Mihm: Wir sind von unserer Strategie und unserem Ansatz überzeugt. Es gibt mit Sicherheit Unternehmen, für die die Nähe zum Herstellungsstandort entscheidend ist. Unserer Erfahrung nach spielen aber noch andere Gründe eine Rolle. Für manche Unternehmen ist die Total-Cost-of Ownership am wichtigsten. Ihr Ziel ist eine kosteneffiziente Fertigung – das kann in einem Niedriglohnland sein oder einem Land, das möglichst nah am Endkundenmarkt ist. Bei anderen Unternehmen stehen technische Fähigkeiten und Zertifizierungen ganz oben auf der Liste. Und wieder andere Unternehmen wollen in all diesen Bereichen punkten, starke Partnerschaften aufbauen und so gemeinsam Erfolge erzielen. So sind beispielsweise Partner gefragt, die über entsprechende Akkreditierungen verfügen oder Erfahrung in der Fertigung von FDA-konformen Produkten besitzen. Das alles können wir bieten.

Die Frage lässt sich auch anders betrachten, wenn man bedenkt, dass es letztendlich auf drei wesentliche Kriterien ankommt: Komfortlevel, Risiko und Kosten. Bei Plexus sind wir davon überzeugt, dass es am wichtigsten ist, einen Best-in-class-Ansatz bei der Produktrealisierung und der Einführung eines neuen Produkts sicherzustellen – kurzum, den Risikofaktor zu minimieren. Deshalb gibt es bei Plexus ein eigenes Team, das sich voll und ganz dem Transition-Management widmet und ein Produkt erfolgreich in die Fertigung bringt. Kunden, die unseren Fertigungsstandort besuchen, erkennen sehr schnell unser hohes Maß an Erfahrung. Und damit erübrigt sich auch sehr schnell die Frage nach dem Aspekt „Komfortlevel“. Schlussendlich bleibt dann nur noch der Faktor „Kosten“. Und das ist der Punkt, an dem die Bedürfnisse der Kunden mit dem Fußabdruck von Plexus dann voll und ganz übereinstimmen.

Plexus fokussiert ausgewählte Marktsegmente. Welche sind das für Deutschland?

Robert Frodl: Unser besonderer Fokus liegt zum einen im Bereich Healthcare / Life Science und zum anderen im Bereich Industrial. Beide Sektoren versprechen nach wie vor starkes Wachstum. In der Medizintechnik ist die „Lowest Total Cost of Ownership“ entscheidend, um die steigenden Anforderungen des Marktes zu erfüllen. Hier konnten wir bereits einige wichtige Projekte realisieren, gemeinsam mit unseren Kollegen in den USA. Dazu zählt zum Beispiel die Entwicklung eines Endoskopiegerätes und eines Systems zur Nieren-Denervierung für einen weltweit führenden Hersteller medizinischer Geräte.

Auch der Bereich Industrial ist vielversprechend. Gefragt sind Lösungen wie Verkaufsautomaten, im Transportwesen, im Energiesektor und in der Geräteausstattung. Ein Projekt, das für unseren Standort in Darmstadt einen echten Meilenstein darstellte, war beispielsweise die Entwicklung eines Alkoholmessgerätes. Durch unsere Unterstützung konnte der Hersteller nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Funktionalität erhöhen und den Energieverbrauch auf ein Minimum reduzieren.

Gerade in der Medizinbranche sind die Vorgaben meist sehr hoch und die Entwicklung von Geräten komplex und langwierig. Wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen?

Oliver Mihm: Im Bereich Healthcare / Life Science dreht sich derzeit alles um zwei Themen: Zum einen sind innovative Lösungen gefragt, um die steigenden Kosten im Gesundheitswesen weltweit zu reduzieren. Zum anderen müssen die parallel wachsenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden. Innovative Healthcare-Produkte setzten daher verstärkt auf neueste Technologien aus anderen Branchen und kombinieren sie. Im Trend liegen zum Beispiel Sensoren, die am oder im Körper angebracht werden und Daten direkt – z.B. über das Smartphone – an die Patienten oder das medizinische Fachpersonal senden. Mit unserer Expertise in anderen Bereichen – zum Beispiel Mikroelektronik oder WiFi-Technologien – helfen wir Kunden bei der Realisierung ihrer Produkte.