Keine Chance für Produktpiraten Leiterplattenkennzeichung verhindert Fälschungen

Der RFID-Tag von Murata macht die Leiterplatten sozusagen »Industrie 4.0«-tauglich und lässt sich einfach im Bestückungsprozess montieren.
Der RFID-Tag von Murata macht die Leiterplatten sozusagen »Industrie 4.0«-tauglich und lässt sich einfach im Bestückungsprozess montieren.

Wer den Werdegang seiner Leiterplatten nahtlos verfolgen kann, schützt sein Endgerät auch vor Produktpiraterie. Möglich machen das kleine Identifizierungssysteme wie das das track-it-Pad von Molex und das RFID-Tag Magicstrap von Murata. Beide lassen sich einfach im SMT-Prozess auf die Leiterplatte montieren. Live zu sehen sind die Bausteine im Einsatz auf der electronica.

Die beiden Systeme adressieren unterschiedliche Ansprüche: Der RFID-Tag von Murata macht die Leiterplatten sozusagen »Industrie 4.0«-tauglich. Nun ist RFID in der Leiterplatte nicht neu: RFID-Tags in der Leiterplatte gibt es in unterschiedlichen Varianten, als diskreter RFID-Tag, plan eingettet in die Leiterplatte oder als vollständig in die Leiterplatte eingebettete Bare Dies. Ein RFID-Modul, das sich wie ein SMD-Bauteil bestücken lässt, gab es allerdings bislang noch nicht.
Warum RFID?

Nun, Leiterplatten mit RFID auszustatten, bringt gleich mehrere Vorteile, wie Alexander Schmoldt erklärt, Business Development Manager Europe von Murata. »Durch die batterielose Funk-Identifikationstechnologie lässt sich im Sinne einer ganzheitlichen Traceability die Wertschöpfung eines Produktes von der Leiterplatte über die Transport- und Lagerlogistik und den Handel bis hin zum Receycling nachverfolgen.« Im Idealfall liegen alle relevanten Informationen eines Endproduktes auf dem RFID-Modul und können jederzeit abgerufen werden. Platzprobleme und Speicherlimits kennt die RFID-Methode nicht, wobei der zur Verfügung stehende Speicher natürlich von der Chipart abhängt.

Das Mini RFID-Modul kommuniziert über UHF-Band auf Frequenzen von 840 bis 960 MHz. Der patentierte Magicstrap funkt auf einer Distanz von wenigen Zentimetern bis zu fünf Metern die Identifikationsdaten an das Lesegerät. Eine Sichtverbindung zum Objekt braucht das Lesegerät nicht. Das Herz des Magicstrap bildet ein konventioneller RFID-IC, der NXP Ucode, der auf einer mehrlagigen LTCC-Keramikschicht (Low Temperature Coifired Ceramics) sitzt. Darin ist der Matching IC eingebettet, der für die Frequenzanpassung zuständig ist. Weil das Modul das UHF-Band nutzt und damit auf Frequenzen von 840 bis 960 Mhz kommuniziert, ist es weltweit einsetzbar.

HF- und LF-RFID-Lösungen sind laut Schmoldt als Leiterplatten-Tags ungeeignet. Sie nutzen relativ niedrige Frequenzen – LF 125 kHz, HF: 13.56 kHz –  in Kombination mit langen Wellenlängen. Dadurch brauchen sie große Antennen, um überhaupt Leseentfernungen von einigen Zentimetern zu erreichen. Die für die Übertragung erforderliche Energie bezieht das Modul über das vom Lesegerät ausgesendete Funksignal.

Wer es eine Stufe einfacher haben möchte und einfach nur die Rückverfolgbarkeit der Leiterplatte sicherstellen will, aber keine Fertigungshistorie auf dem  Board speichern will oder muss, für den ist das Miniatur-Identifizierungssystem »track-it« von Molex eine probate Alternative. Es ermöglicht eine eindeutige Verfolgung von Produkten in der Produktion und während des laufenden Fertigungsprozesses in der Großserienfertigung der Leiterplatten.

Das track-it-System eignet sich besonders für die Medizintechnik, in der besonders strenge Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit gelten. Außerdem ist das System auch für andere SMT-Leiterplattenmontageprozesse geeignet, bei denen der verfügbare Platz begrenzt und eine Traceability erforderlich ist, z.B. bei Hochtemperatur-Keramik-Leiterplattenbaugruppen. Typische Anwendungen sind hier Leiterplatten für hochwertige Consumer-Elektronik, z.B. Digitalkameras, Notebooks, MP3-Spieler, Handys und tragbare Spielekonsolen, Incar-Entertainment- und Navigationssysteme.