LDI bringt technische Vorteile, ist aber teuer Laser Direct Imaging Technologie in der Leiterplattenfertigung: Pro & Contra

Andreas Brüggen, Microcirtec: »Bevor man in diese teure Technologie investiert, bedarf es der genauen Überprüfung, ob die eigene Fertigung und die eigenen Absatzmärkte kompatibel sind mit dieser unbestritten revolutionären Technologie.«

LDI ist in der Leiterplattenindustrie »en vogue« und sorgt für eine gewisse Reputation des Leiterplattenherstellers in punkto Innovationsführerschaft. Eine Maschine mit Lasertechnik ist allerdings ungefähr doppelt so teuer wie herkömmliche UV-Brenner. Wann also rentiert sich die Investition in LDI?

Dieser Frage ging das Technologieteam des Krefelder Leiterplattenherstellers MicroCirtec auf den Grund und mahnt die Leiterplattenbranche zur Vorsicht: »Bevor man in diese teure Technologie investiert, bedarf es der genauen Überprüfung, ob die eigene Fertigung und die eigenen Absatzmärkte kompatibel sind mit dieser unbestritten revolutionären Technologie«, erklärt Andreas Brüggen, Geschäftsführer des Unternehmens.

Möchte der Platinenhersteller seinen Kunden von seiner Technologieführerschaft und Topqualität überzeugen, so genügt der Hinweis, dass man die Leiterbilder nun mit »LDI« belichtet. Die Argumente hierfür sind auf den ersten Blick verführerisch: Der Umweg über die Filmvorlage mit all ihren Versatz- und Beschädigungsrisiken entfällt, und die kolportierte extrem hohe Auflösungsgenauigkeit von bis zu 20 µm Leiterbahnbreite und die Skalierbarkeit des Layouts auf den bereits vorhandenen Versatz auf das gebohrte Basismaterial sind unbestreitbare Fortschritte. Der Markt für diese jetzt als ausgereift beschriebene Technologie boomt – allein dieses Jahr sollen bis zu 200 Anlagen laut Hersteller mit dieser Technologie weltweit verkauft werden, und es werden wohl noch mehr werden, weil das Verfahren künftig auch in der Lötstopplackbelichtung eingesetzt werden soll.

Zunächst ist laut Brüggen genau zu definieren, was per Definition »LDI« überhaupt sein soll und was man unter »Laser Direct Imaging« versteht. Konkret handelt sich um eine Technologie der Leiterbildbelichtung, bei der man das Layout der Leiterplatte nicht mehr als Abbild einer Filmvorlage auf einen lichtsensiblen Film auf die Leiterplatte fotografiert, sondern die Strukturen mit einem digital gesteuerten Laser (oder mehreren Lasern) sequentiell in den Film einbrennt. Die Quelle dafür sind Laserdioden, deren gebündeltes Licht von digital gesteuerten Linsen oder speziellen Optiksystemen ausgelenkt wird. Die Kapazität solcher Maschinen ist abhängig von der Anzahl der LEDs und vom eingesetzten Spiegelsystem. Charakteristisch für das Laserlicht ist ein festgelegter, abgegrenzter Wellenlängenbereich des Lichtes – meist sind das 410 nm.