Kommentar Kollege Watson - bitte übernehmen Sie!

Karin Zühlke
Leitende Redakteurin   •  KZuehlke@markt-technik.de
Karin Zühlke, Leitende Redakteurin Markt&Technik

Kognitive, selbstlernende Computer-Technologien wie Watson von IBM sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Sie unterstützen zum Beispiel Fertigungen auf ihrem Weg zur smarten Industrie-4.0-Fabrik und kommen in der Consumer-Elektronik zum Einsatz.

Millionen von Sensoren arbeiten sozusagen als Augen und Ohren in modernen Haushaltsgeräten und erlauben es ihnen, sowohl miteinander als auch mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten. Dadurch kommen sehr viele Daten zusammen, die lernende Systeme wie Watson über das IoT nutzen können.

Watson ist in der Lage, solche Daten zu ordnen, zu verstehen, zu analysieren und sogar aus ihnen zu lernen: Panasonic zum Beispiel nutzt die Fähigkeiten von Watson, um Häuser sicherer zu machen: Beispielsweise können Überwachungskameras und Sensoren von Panasonic die Bewegungen am Haus, an Türen und Fenstern oder Glasbruch erfassen, mit unterschiedlichen kognitiven Watson-Funktionen kombiniert werden –etwa dem Verstehen natürlicher Sprache und Gesichtserkennung. So erkennt die smarte Kamera, ob die Eindringlinge tatsächlich Kriminelle oder doch nur die Nachbarskinder sind, die ihren Fußball zurückholen wollen, den sie im Spieleifer über den Gartenzaun gekickt haben. Auch für pflegebedürftige Menschen eröffnen kognitive und IoT-Technologien neue Möglichkeiten. IBM und Nokia forschen dazu an der Integration der Watson-IoT-Plattform in die Nokia-Wearables. Sie sollen bei der häuslichen Pflege helfen, potenzielle Risiken rechtzeitig erkennen und bei Gefahr sofort Alarm schlagen.

Wie Watson im Arbeitsalltag helfen kann, zeigte IBM gemeinsam mit dem Münchener Start-up Bragi und dessen smartem Hearable „The Dash“ auf der IFA: Als erster Kopfhörer arbeitet The Dash zwischen linkem und rechtem Ohr-Plug-in ohne drahtgebundene Verbindung und überträgt nicht nur Musik, sondern misst auch Fitness-Daten, die das System selbst berechnet. Mithilfe der Watson-Text-to-Speech-Funktion könnten Anweisungen direkt über das Plug-in gegeben werden, während die Sensoren gleichzeitig das Wohlbefinden des Mitarbeiters im Blick haben.

Bei John Deere in der Fertigung in Mannheim ist Watson bereits als smarter Kollege im Einsatz: Im Rahmen eines Pilotprojektes wird dort evaluiert, inwieweit kognitive, lernende Systeme in der Lage sind, den Werker bei Wartungsarbeiten zu unterstützen und bei Störungen Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Kognitive Computer-Technologien sind also hoch im Kurs – und könnten dem Menschen künftig das Arbeiten in vielen Bereichen erleichtern. Angst um seinen Arbeitsplatz braucht meiner Meinung nach aber niemand zu haben. Im Gegenteil: Watson & Co helfen dabei, Arbeitsplätze in Deutschland und Europa zu erhalten! 

Und ein Hinweis in eigener Sache:

Mehr zur Industrie 4.0 in der Mannheimer Fabrik von John Deere erfahren Sie übrigens auf unserem vierten Markt&Technik Summit „Industrie 4.0 & Industrial Internet“ am 18. und 19. Oktober in München, der in diesem Jahr durch zwei Co-Events flankiert wird: Gleichzeitig finden das Security Symposium und das Cloud Symposium statt. Insgesamt fünf parallele Vortrags-Tracks bieten sowohl technische Neuigkeiten als auch Interessantes rund um Normung und neue Geschäftsmodelle. Noch bis 19. September gilt der Frühbucherrabatt! Mehr Infos gibt es unter www.industrie4-summit.de.