Einkaufsmanager-Index stürtzt ab Industrieproduktion steht auf rot

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Der saisonbereinigte Teilindex Leistung notierte im August mit 45,8 den siebenten Monat hintereinander im roten Bereich. Wenngleich leicht verbessert gegenüber Juli (44,2) signalisierte dieser damit erneut einen deutlichen Rückgang der Produktion und lag in etwa auf dem Durchschnittswert der aktuellen Schrumpfungsphase. Bei den Teilsektoren verzeichnete der Vorleistungsgüterbereich zum vierten Mal hintereinander einen stärkeren Rückgang als der Investitionsgüterbereich, während der Konsumgüterbereich erneut Wachstum verbuchte.

Auftragseingang insgesamt/Export: Die August-Daten zeigen einen erneuten starken Rückgang des Auftragseingangs der Hersteller, wobei sich die Schrumpfungsrate gegenüber dem vorherigen Erhebungszeitraum sowohl bei Großunternehmen als auch Klein- und Mittelbetrieben kaum verändert hat. Vielfach wiesen die Umfrageteilnehmer auf die Zurückhaltung ihrer Kunden hin, vor dem Hintergrund politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten neue Aufträge zu erteilen. Zum wiederholten Male wurde dabei die strauchelnde Automobilindustrie besonders hervorgehoben.

Das Minus beim Gesamtauftragseingang wurde durch ein weiteres Absinken der Auslandsnachfrage untermauert. Der entsprechende saisonbereinigte Teilindex verbesserte sich mit 40,7 gegenüber dem Zehnjahrestief im Vormonat (38,2) zwar etwas, signalisierte jedoch immer noch einen starken Rückgang. Die Exportnachfrage schrumpfte damit den zwölften Monat in Folge, wobei das Minus im Vorleistungsgüterbereich am größten ausfiel.

Beschäftigung: Die Einsparungen im Verarbeitenden Gewerbe zeigten sich auch bei der Beschäftigung. So rutschte der entsprechende saisonbereinigte Teilindex im August (45,0) auf den tiefsten Stand seit Juli 2012 und damit noch tiefer in die roten Zahlen. Eine Vielzahl von Unternehmen reagierte nicht nur auf die niedrigeren Produktionsniveaus, sondern auch auf die abkühlende Konjunktur insgesamt. In den meisten Fällen wurde Personal abgebaut, indem befristete Verträge nicht verlängert oder Leiharbeiter entlassen wurden.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Der Kostendruck im Verarbeitenden Gewerbe ließ auch im August weiter nach. So sanken die Einkaufspreise bereits den vierten Monat in Folge und so stark wie seit März 2016 nicht mehr. Einige Umfrageteilnehmer berichteten, dass Zulieferer Preisnachlässe gewährten, da das Angebot in vielen Fällen die Nachfrage überstieg. Stahl war das am häufigsten genannte preisgünstigere Material, aber auch Aluminium, Kunststoff, Lösungsmittel und Drehteile verbilligten sich.

Nach dem ersten Rückgang seit fast drei Jahren im Vormonat fielen die durchschnittlichen Verkaufspreise im August erneut. Zwar beschleunigte sich der Rückgang etwas, blieb jedoch insgesamt moderat und viel schwächer als der der Einkaufspreise. Die meisten Firmen, die ihre Verkaufspreise senkten, verwiesen auf den starken Wettbewerb sowie sinkende Rohstoffkosten.

Jahresausblick: Die Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Hersteller pessimistischer auf die kommenden zwölf Monate blicken, denn der Teilindex Geschäftsausblick sackte mit 39,1 auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnung dieser Daten Mitte 2012 ab. Die Zahl der Unternehmen, die binnen Jahresfrist mit Schrumpfung rechnen, erreichte dagegen ein Rekordhoch. Ebenso gab es noch nie weniger Firmen, die Wachstum prognostizieren. Diejenigen, die die Zukunft weniger rosig sehen, begründeten dies mit der abflauenden Konjunktur, den Handelskonflikten, der Verunsicherung vieler Kunden sowie den Problemen in der Automobilindustrie.

Über den EMI: Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des BME. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).