EMI für Mai Industrieproduktion dümpelt weiter vor sich hin

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

Industrieproduktion: Der saisonbereinigte Teilindex notierte im Mai zum vierten Mal in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten. Allerdings verbesserte er sich erneut und entfernte sich weiter vom 80-Monatstief im März. Die Daten zeigen deutliche Produktionsrückgänge im Vorleistungsgüter- und Investitionsgüterbereich, wobei der Rückgang bei Ersterem weniger stark ausfiel als zuletzt. Im Konsumgüterbereich wurden unterdessen solide Zuwächse verzeichnet.

Auftragseingang insgesamt/Export: Wie in jedem Monat seit Oktober vergangenen Jahres verbuchten die Hersteller auch im Mai wieder weniger Neuaufträge. Auch wenn sich die Schrumpfungsrate zum zweiten Mal hintereinander leicht erholte, blieb sie immer noch markant und stärker als die der Produktion. Viele Umfrageteilnehmer begründeten die sinkenden Umsatzzahlen mit der stockenden Nachfrage in der Automobilindustrie. Zudem berichteten einige von Bestandsreduzierungen bei ihren Kunden.
Das Exportgeschäft der deutschen Hersteller war im Mai erneut rückläufig, womit sich die Phase sinkender Nachfrage aus dem Ausland auf neun Monate ausdehnt. Immerhin verbesserte sich die Rate zum zweiten Mal hintereinander auf den nun höchsten Wert seit Januar. Der Handelsdisput zwischen den USA und China sowie die geringere Nachfrage aus der Türkei waren nach Einschätzung von Umfrageteilnehmern hauptsächlich für das jüngste Minus verantwortlich.

Beschäftigung: Der saisonbereinigte Teilindex rutschte im Mai noch tiefer ins Minus und signalisierte den markantesten Stellenabbau im Verarbeitenden Gewerbe seit Januar 2013. Der dritte Rückgang hintereinander ging erneut hauptsächlich auf die Nicht-Verlängerung von Zeitverträgen und Leiharbeitskräften zurück. Weniger Personal wurde dabei vor allem im Vorleistungs- und Investitionsgüterbereich registriert.

Einkaufs-/Verkaufspreise: Im Mai sanken die durchschnittlichen Einkaufspreise, womit die seit Juli 2016 anhaltende Kosteninflation vorerst endete. Obgleich nur marginal stand die Abnahme in krassem Gegensatz zu den starken Steigerungsraten der Jahre 2017 und 2018. Die Rückmeldung mehrerer Umfrageteilnehmer ergab, dass die aktuell niedrige Nachfrage die Preise einiger wichtiger Rohstoffe merklich gedrückt hat. Das war vor allem bei Stahl und Papier der Fall.
Die Inflationsrate der Verkaufspreise blieb im Mai unverändert auf dem niedrigsten Stand seit Ende 2016. Die leichte Erhöhung der Gebühren überdeckt allerdings unterschiedliche Trends auf Sektorenebene. Während im Konsumgüter- und Investitionsgüterbereich ein Anstieg verzeichnet wurde, kam es im Vorleistungsgüterbereich zu Preisreduzierungen.

Jahresausblick: Zum achten Mal in Folge notierte der Teilindex unter der neutralen Schwelle von 50,0 Punkten. Damit ist die Zahl der Einkaufsmanager, die über die kommenden zwölf Monate mit Geschäftsrückgängen rechnen abermals höher als die, die Wachstum erwarten. Immerhin verbesserte sich der Teilindex gegenüber dem 77-Monatstief von April und signalisierte den schwächsten Grad an Pessimismus seit Januar. Nach wie vor bestimmen vor allem die Handelskonflikte, der Brexit und die schwächelnde Autoindustrie die Stimmung in den Chefetagen der Industrieunternehmen.

Über den EMI: Der IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) gibt einen allgemeinen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Der Index erscheint seit 1996 unter Schirmherrschaft des BME. Er wird vom Anbieter von Unternehmens-, Finanz- und Wirtschaftsinformationen IHS Markit mit Hauptsitz in London erstellt und beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).