Ein Blick hinter die Kulissen von Fuji Fuji Roadmap 2013: Mehr Automatisierung auf weniger Stellfläche

Die neue AIMEX IIs mit dynamischem Kopf

Im Rahmen seines »Open House« hat Fuji Machine Europe mehrere Neuentwicklungen erstmals außerhalb des Entwicklungslabors in Japan präsentiert; darunter die neue Bestückplattform AIMEX IIs, einen neuen Siebdrucker und allerlei nützliche Hard- und Software-Tools, um die Fertigung noch weiter zu automatisieren.

Wenn es nach Fuji geht, soll der SMT-Fertigungsprozess künftig bedienerunabhängiger werden. »Auch ungelernte Bediener sollen künftig schnell in der Lage sein, eine Fertigungslinie bedienen zu können – Automatisierung ist daher ein wichtiger Punkt in unserer Roadmap«, erklärt Philip Hall von Fuji Machine Japan. Der Fachkräftemangel in der Fertigung ist nicht zu unterschätzen, wie aus den Fachvorträgen von Anwendern auf dem Fuji Open House hervorgeht. Weil es keine Standard-Ausbildung für die SMT-Fertigung gibt, sind Bediener oft fachfremd und müssen erst in die Materie eingelernt werden. Je bedienerfreundlicher, einfacher und »automatischer« eine Bestückungsmaschine funktioniert, umso schneller findet sich der Bediener zurecht. Auf der anderen Seite ist das Personal auch ein entscheidender Kostenpunkt in der SMT-Fertigung. Die Stundenlöhne steigen nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch vermeintliche Billigregionen wie einst China, haben mittlerweile die Stundensätze deutlich erhöht. Wenn ein Bediener anstatt einer Linie künftig zwei oder zumindest statistisch gesehen 1,5 Linien betreuen kann, kommt das vielen Unternehmen, die in Mitteleuropa fertigen, sicher zugute. Neben der Automatisierung stehen auch Punkte wie weniger Stromverbrauch pro verarbeitetem Chip und eine hohe Platzierungsgenauigkeit im Mittelpunkt der Roadmap von Fuji. »Bis Ende des Jahres werden wir etwa 5 Prozent weniger Energieverbrauch pro Chip Placement bei unseren Maschinen erreicht haben, bis 2015 sollen es 20 Prozent sein«, erklärt Hall.
Aber nicht nur die technischen Ziele sind ehrgeizig, auch bei der Marktdurchdringung hat sich Fuji einiges vorgenommen: Verbucht der Maschinenbauer aus Japan derzeit 27,9 Prozent des Marktes für sich, so hat das Unternehmen jetzt »die 30 Prozent Marke im Visier«, wie Klaus Kölbl erklärt, Sales Manager von Fuji Europe. Und das scheint angesichts der Steigerung, die Fuji seit 2006 hingelegt hat, durchaus realistisch: Damals lag das Unternehmen bei rund 20 Prozent Marktanteil.

AIMEX IIs mit dynamischem Kopf

Eine wichtige Rolle auf dem Weg in Richtung 30 Prozent soll die neue AIMEX IIs spielen, die Fuji im Rahmen des Open House erstmals in Europa der vorgestellt hat. Die Maschine dürfte die Anforderungen vieler Besucher des Open Houses sozusagen ins Mark treffen, denn sie adressiert Low Volume/High Mix Fertigungen, wie sie typisch sind für Auftragsfertiger und OEMs, die Industrieelektronik in Mitteleuropa fertigen. Die Aimex IIs punktet vor allem durch das interessante Platzkonzept: Der Neuling ist nur 1,3 m breit und etwa 2,6 m tief. »Wir haben die Vorgänger-Maschine AIMEX sozusagen halbiert«, erklärt Klaus Gross, Geschäftsführer von Fuji Machine Europe. Trotzdem stehen auf etwa halb so viel Fläche mehr Feederplätze zur Verfügung als beim Vorgänger. Das liegt daran, dass die Maschine unabhängig auf der Vorder- und Rückseite produzieren kann. Auf jeder Seite sind bis zu 65 Feeder aufrüstbar. Insgesamt können bis zu 194 Bauteile auf die Maschine aufgerüstet werden. bis zu 195 Feeder kann die Maschine aufnehmen Highlight der AIMEX II ist der Dyna-Head, der ohne Zutun des Bedieners die erforderlichen Bestückungstools selbst auswechselt und das innerhalb von Sekunden. Bestücken kann der Kopf alle gängigen Bauteile und Bauteilgrößen von der 01005 Komponente bis zu 74 x 74 mm großen Packages. 01005 ist für Fuji Maschinen, wie für die meisten großen Bestückungsmaschinenhersteller, längst Standard. Derzeit, so Hall, teste Fuji bereits die nächst kleinere Bauform an den Maschinen »und wir sind guter Dinge, dass wir das bewerkstelligen können.« Allerdings liegt das Problem laut Hall hier weniger bei der Bestückung als beim Siebdruck.  Die Maschine lässt sich mit einem Portal betreiben, kann aber auch mehr Portale aufnehmen. Informationen zu Preisen gab es auf dem Open Day noch nicht. Verfügbar sein soll der Maschinenneuling voraussichtlich ab Sommer 2013.