VPN-Router aus deutscher Fertigung Für Lancom ist „Made in Germany“ Programm

Andreas Schneider, BU-Leiter bei BMK, Regine Reimann, Director Procurement and Logistics von Lancom, 
und Tobias Stache, Vertriebsteamleiter von BMK, bei der festlichen Übergabe des „Jubiläums-Routers“.
Andreas Schneider, BU-Leiter bei BMK, Regine Reimann, Director Procurement and Logistics von Lancom, und Tobias Stache, Vertriebsteamleiter von BMK, bei der festlichen Übergabe des „Jubiläums-Routers“.

Lancom setzt seit seiner Gründung 2002 auf „Made in Germany“ und lässt seine VPN-Business-Router u.a. beim Augsburger Auftragsfertiger BMK produzieren. Dazu Regine Reimann, Director Procurement and Logistics von Lancom, und Tobias Stache, Vertriebsteamleiter von BMK.

Markt&Technik: Kürzlich lief der 100.000ste Lancom Router beim BMK vom Band. Warum setzt Lancom auf „Made in Germany“?

Regine Reimann: Die Grundsätze, für die das Qualitätssiegel steht, sind fest in unserer Unternehmensphilosophie verankert. In einem von asiatischen und amerikanischen Konzernen dominierten Markt nehmen wir als deutscher Hersteller, der seine Produkte und Lösungen zum Großteil in Deutschland entwickelt und fertigt, eine besondere Rolle ein. Unsere Kunden profitieren von „Made in Germany“ in vielerlei Hinsicht: höchste Qualität in der Produktion, schnelle Verfügbarkeit dank flexibler Produktionskapazitäten sowie kurze Lieferwege und hohe Sicherheit. Die Software und Hardware aller Lancom-VPN- und WLAN-Produkte werden in der Zentrale in der Nähe von Aachen und in Karlsruhe entwickelt. Feature-Requests von Kunden können so schnell in unser Closed-Source-Betriebssystem LCOS einfließen und stehen dann später allen Kunden zur Verfügung. Außerdem können wir bereits bei der Entwicklung gezielt auf höchste Sicherheitsstandards achten und schnell und flexibel auf neue Bedrohungen reagieren. „Made in Germany“ macht deshalb nicht nur für uns Sinn, unsere Kunden profitieren ebenfalls im hohen Maße von dieser Strategie.

Lancom und BMK arbeiten seit 2014 zusammen. Wie kam es dazu?

Reimann: Um die steigenden Anforderungen des Marktes, aber auch um unsere eigenen Absatzziele in DACH und den restlichen Fokusländern zu erfüllen, haben wir nach einem zweiten Fertigungsdienstleister gesucht. Mit der BMK haben wir dann einen weiteren deutschen Anbieter gefunden, der schnell und flexibel agiert und uns einen zusätzlichen Rückhalt und mehr Spielraum in der Produktion unserer Komponenten verschafft.

Warum wurde die Produktion auf zwei EMS-Firmen verteilt?

Reimann: Durch die größere Flexibilität, die wir durch zwei voneinander unabhängige Fertigungsdienstleister erhalten, können wir gezielt auf sich neu ergebende Marktanforderungen reagieren. Außerdem bietet es uns die Möglichkeit, unterschiedliche Ansätze zu vergleichen und für unsere eigene Wettbewerbsfähigkeit zu nutzen.

Was schätzt Lancom besonders an BMK?

Reimann: BMK ist ein sehr zuverlässiger Partner, der flexibel und schnell auf unsere Anforderungen in der Fertigung reagiert. Enge Absprachen ermöglichen es, dass wir Kundenanforderungen und Marktschwankungen einfach und flexibel umsetzen. Selbst kurzfristige Aufträge werden termingerecht realisiert und die Ware pünktlich geliefert. Der hohe Qualitätsstandard in der Fertigung spiegelt sich in einer für unsere Branche fast einzigartigen Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Produkte und Lösungen wider.

Herr Stache, stellen Sie einen allgemeinen Trend hin zu Made in Germany in der Kommunikations- und Netzwerktechnik fest?

Tobias Stache: Ja, das kann man sagen. Die letzten Jahre haben gezeigt, wie wichtig das Thema Sicherheit in der Kommunikation geworden ist. BMK lebt dies in einem hohen Sicherheitsstandard und verlangt diesen auch von dritten Lieferanten. Im Speziellen im Umgang mit sicherheitsrelevanten Daten in der Fertigung und Kundeninformationen gegenüber dritten Dienstleistern.

Wenn Sicherheit und Geschwindigkeit gefordert sind, dann ist das eine gute Gelegenheit für uns, aktiv zu werden. Eine Voraussetzung ist natürlich, dass die Branche in Europa überhaupt noch existiert. Wenn solche Produkte in Investitionsgüter eingesetzt werden – als Beispiel können wir hier Kommunikationsverteilerschränke für die Kabinen von Kreuzfahrtschiffen nennen – dann macht es sehr viel Sinn, die Supply-Chain „Made in Germany“ aufzusetzen.