Gelungenes NPI-Projekt Frühe Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Fertigung hilft Fallstricke zu vermeiden

ConturaLED ist eine lichttechnische Neuheit, die Westiform entwickelt und zum Patent angemeldet hat. Das LED-System verbraucht über 80 Prozent weniger Energie als die herkömmlichen Neonröhrenanlagen. Die Herausforderung bestand für den EMS-Dienstleister darin, das Design kosteneffizient auf die Leiterplatte zu übertragen. Bild: Westiform

Um sein neues LED-Leuchtwerbesystem ConturaLED kosteneffizient auf den Markt bringen zu können, hat Westiform bereits in der Design-Phase für ein neues Projekt einen Fertigungspartner mit ins Boot geholt. »Diese enge Zusammenarbeit ist sicherlich nicht Standard, hat aber beiden Seiten klare Vorteile gebracht«, betont Erwin Stöckinger, Sales Manager beim EMS-Unternehmen cms.

ConturaLED ist eine lichttechnische Neuheit, die Westiform entwickelt und zum Patent angemeldet hat. Das LED-System verbraucht über 80 Prozent weniger Energie als die herkömmlichen Neonröhrenanlagen.  Möglich macht das unter anderem eine intelligente elektronische Steuerung, die die Leuchtintensität der Schrift dem Umgebungslicht anpasst. Bei Einsetzen der Dämmerung wird die Leuchtintensität auf das Maximum gesteigert und in der Nacht entsprechend reduziert. Nur in der Dämmerung muss die Werbeanlage ihre volle Leuchtkraft entfalten. Einer der ersten Kunden, der diese Technik einsetzt, ist die Schweizer Coop-Kette.

Wie setzt man so einen LED-Schriftzug mit Leiterplatte um? Das an sich scheint auf den ersten Blick noch keine allzu große Herausforderung und dementsprechend alltäglich klingen auch die Anforderungen des Kunden an den EMS-Dienstleister: ein kostenoptimiertes Design auf Basis bestehender Techniken und mit Standard-Fertigungsmaschinen zu produzieren. Die Fallstricke lauern im Detail, wie Stöckinger weiß: »Der Kunde wollte eigentlich ein Leiterplattendesign mit möglichst großen Flächen. Dabei hatte er weder die Verarbeitungsmaße der SMT-Bestückungslinie noch die ideale Flächenausnutzung der Rohformate des Leiterplattenherstellers berücksichtigt.« Das Projekt besteht aus verschiedenen Schrifthöhen, die von 300 mm bis 2500 mm Höhe reichen und eine Länge von über 10 Metern haben. Jede Schrift wird aus zum Teil mehreren hundert Leiterplatten zusammengesetzt, die aus bis zu 25 verschiedenen Typen bestehen. »Das ursprüngliche Design des Kunden hatte meist Leiterplattenformate zugrunde gelegt, die bei der Herstellung der Leiterplatten zum Teil einen Abfall beim Lieferanten von bis zu 40 Prozent der Rohleiterkarten zur Folge gehabt hätte«, so der Sales Manager. »Außerdem hätten wir einige Größen nicht mit unserem bestehenden Equipment fertigen können, weil die maximale Breite der Linie überschritten war und das hätte hohe Investitionen nach sich gezogen.«

Dass Westiform das EMS-Unternehmen schon im frühen Design-Stadium mit ins Boot geholt hat, ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich das parallele Arbeiten von Entwicklung und Fertigung nach dem NPI-Prinzip (NPI: New Product Introduction) in vielerlei Hinsicht auszahlt. Bei einem gemeinsamen Workshop mit dem Kunden, dem Leiterplattenhersteller und cms haben die Projektpartner das wirtschaftlich günstigste Leiterplattenformat definiert, die sich am Rohkartenformat des Leiterplattenherstellers orientiert. Somit ließ sich der Verschnitt fast auf 0 reduzieren und damit auch die Kosten deutlich senken. Stöckinger ergänzt: »Zusätzlicher Effekt war, dass wir diese Leiterplatten mit dem Standardequipment fertigen können und somit ohne zusätzliche Kosten und Zeitverzug.«