Indium Corporation »From one Engineer to another«

Andreas Karch, Regional Technical Manager bei Indium Corporation: »Das Thema Voiding wird in der nächsten Generation Flussmittel eine noch größere Rolle spielen.«
Andreas Karch, Regional Technical Manager bei Indium Corporation: »Das Thema Voiding wird in der nächsten Generation Flussmittel eine noch größere Rolle spielen.«

Steigende Leistungsklassen und Temperaturen, optimale Entwärmung: Die Ansprüche an die Leistungselektronik wachsen zunehmend. Um Herausforderungen, wie Lunker, entgegenzutreten, entwickelt Indium Corporation in enger Zusammenarbeit mit den Anwendern spezifische Lotlegierungen und Flussmittel.

»Wegen der hohen Leistungsdichte in der Automotive-Elektronik brauchen viele Applikationen eine sehr gute Entwärmung. Deshalb ist das Thema Voiding weiterhin von großer Brisanz«, so Andreas Karch, Regional Technical Manager bei Indium Corporation. Voids oder Lunker verhindern, dass die Temperatur adäquat abgeleitet werden kann. Dadurch kommt es zu Qualitätseinbußen, im schlimmsten Fall wird das Bauteil zerstört. Unter dem Slogan „Avoid the Void“ entwickelt Indium Corporation Lotpasten, die die thermische Anbindung verbessern und die Void-Rate reduzieren sollen. Dabei hilft die auf Harz-Systemen basierende Reoxidationsbarriere, die ebenfalls elektrochemische Migration unter Spannung verhindert. »Wir wissen natürlich, dass viele unterschiedliche Faktoren die Entstehung von Lunker beeinflussen. Das angepasste Flussmittelsystem in unseren Lotpasten 8.9HF und die 10.1HF reduziert aber im Zusammenspiel mit anderen Vorkehrungen das Voiding nachweislich.« 

Die 8.9HF-Serie umfasst halogenfreie No-Clean-Lotpasten, deren Formulierungen auf niedriges Voiding abgestimmt wurden. Die Paste ist im Kühlschrank zwölf Monate lang haltbar und robust gegen Luftfeuchtigkeit. Weiterhin ist sie beständig gegen Schock, Vibration und Temperaturwechsel-Belastungen.

In der nächsten Generation Flussmittel wird das Thema Voiding eine noch größere Rolle spielen, ist sich Karch sicher: »Die Einsatz-Temperaturen werden immer entscheidender und steigen von 150 °C auf 175 °C. Das betrifft besonders den Trend der LED-Scheinwerfer, bei denen eine hohe Abwärmemenge entsteht.« Indium bietet dafür die Lotlegierung #276, die auch bei 150 °C beständig funktioniert – bisher waren Lotlegierungen bis 125 °C stabil. »Unsere Teams in Amerika und Asien entwickeln die Legierungen und Flussmittel selbst, deshalb müssen wir nicht darauf warten, was der Markt uns bringt. Wir wissen, wohin die Reise unserer Kunden geht, und können entsprechend gezielt entwickeln.« 

Indium Corporation ist seit über 80 Jahren auf dem Markt positioniert. Als großer Lieferant für die Automobilelektronikindustrie in der DACH-Region ist das Unternehmen an verschiedenen Projekten zu Hybrid- und CO-Mission-Fahrzeugen beteiligt und arbeitet eng mit Chipherstellern zusammen. »Wir versuchen, die Probleme gemeinsam mit dem Kunden zu lösen. Früher war die Elektronik einfacher als heute, deshalb haben auch Standardprodukte einwandfrei funktioniert. Das ändert sich momentan. Heutzutage wird es niemand mehr „alleine“ schaffen, ein hochzuverlässiges Produkt herzustellen. Wir müssen zusammenarbeiten.«