Nach dem Kursrutsch von Sharp Foxconn will Sharp-Deal nachverhandeln

Im März hatte Foxconn angekündigt, sich mit 9,9 Prozent am angeschlagenen Sharp-Konzern zu beteiligen. Damit einher ging die Vereinbarung, dass Foxconn bis zu 50 Prozent der Sharp-Displays abnehmen will. Nach einem erneut verhagelten Quartal von Sharp feilscht Foxconn jetzt offenbar um weitere Anteile - und will auch den bestehenden Deal nachverhandeln.

Der Preisdruck und der Preisverfall in der Display-Branche sind enorm. Sinkende Margen bei gleichzeitig rückläufiger Auslastung machten allen Herstellern das Leben schwer. Sharp bekam das besonders stark zu spüren. Der Einstieg des Auftragsfertigers Foxconn sollte die Situation entspannen. Hinzu kamen Gerüchte, wonach Foxconn eventuell schon bald einen Apple Fernseher auf der Basis von Sharp TV-Panels auf den Markt bringen könnte. Foxconn ist der "Haus- und Hoffertiger" von Apple. Bislang setzt Apple vor allem auf Samsung Displays. Mit dem Zulieferer tobt allerdings ein massiver Patent-Streit. Dass Apple unabhängig(er) von seinem ärgsten Konkurrenten werden möchte, liegt angesichts dessen nahe.    

Nun brachte aber der angekündigte Deal nicht die erhoffte Erleichterung: Die Quartalsbilanz wies 138,4 Milliarden Yen aus, das entspricht etwa 1,4 Mrd. Euro. Foxconn will nun nachverhandeln.  Ursprünglich waren 550 Yen pro Aktie vereinbart. Das sei nun nicht mehr realistisch, erklärte Foxconn-Chef Terry Gou. In Frage stellte er den Einstieg aber nicht.

Die Sharp-Aktie rutschte vor einigen Tagen um gut 28 Prozent in den Keller und war nur noch 192 Yen Wert.