Nach Einigung im Handelsstreit Europas Tor zum US-Markt bleibt offen

Ursprungsquote für den Automobilmarkt

Ein wichtiger Bestandteil des Abkommens ist die Local-Content-Quote für den Automobilmarkt, und damit einhergehend kommen auch einige Herausforderungen auf die in Mexiko produzierenden Firmen zu: 75 Prozent der Wertschöpfung eines Fahrzeugs muss in Zukunft aus Mexiko, den USA oder Kanada kommen. Nur dann gilt die Zollfreiheit beim Export aus Mexiko nach Nordamerika.

Die IHK München weist in einer Stellungnahme außerdem darauf hin, dass 40 Prozent der Komponenten an Standorten mit einem Stundenlohn von mindestens 16 US-Dollar generiert werden müssen. Der durchschnittliche Lohn mexikanischer Industrie-Arbeiter liegt bei rund 2 Dollar. Die korrekte Einhaltung der Quote und deren Messung in der Praxis stufen Experten als größte Herausforderung ein. Von der Regelung verspricht sich die mexikanische Regierung neben dem Anstieg der Löhne auch einen höheren Automatisierungsgrad der mexikanischen Produktionsstandorte und damit einhergehend mehr Ingenieurswertschöpfung und weniger Niedriglohnanteil.

Größter Elektromarkt in Lateinamerika

Dass Mexiko floriert, belegen auch die jüngsten Marktzahlen des ZVEI: Mit 59,7 Mrd. Euro hat Mexiko nach Angaben von Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des ZVEI, mittlerweile den größten Elektromarkt in Lateinamerika. 2018 wuchs das Marktvolumen – nach vorläufigen Berechnungen des ZVEI – um 4 Prozent. Die Exporte der deutschen Elektroindustrie nach Mexiko beliefen sich 2018 auf 2,4 Mrd. Euro. Damit lagen sie um 1 Prozent niedriger als 2017. Von 2009 bis 2018 haben sich die heimischen Elektroausfuhren in das Land aber mehr als verdoppelt: »In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres 2019 gab es einen kräftigen Anstieg der deutschen Elektroexporte nach Mexiko um fast 8 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum«, berichtet Gontermann. Der Bestand an Direktinvestitionen der deutschen Elektroindustrie in Mexiko betrug zuletzt 533 Mio. Euro.

Damit scheint belegt, dass nicht nur das im Mai geschlossene USMCA-Abkommen, sondern auch der anhaltende Handelskrieg zwischen den USA und China ein Treiber für Investitionen in Mexiko ist. »Viele Unternehmen sehen die dringende Notwendigkeit, ihr Supply-Chain-Risiko zumindest abzusichern, indem sie in einen sichereren Handelshafen investieren, und Mexiko sieht zum jetzigen Zeitpunkt sicherer aus als China«, so McQueen.