High-Tech-Offensive Europa soll Weltmarktführer in der Mikro- und Nanoelektronik werden

Elf Firmenchefs aus der europäischen Elektronikindustrie haben EU-Kommissarin Neelie Kroes Vorschläge präsentiert, wie Europa Weltmarktführer auf den Elektronikmärkten werden kann.

Eine elfköpfige Expertengruppe erwartet, dass die EU in den kommenden zehn Jahren ihre Produktion verdoppelt. Außerdem soll es seine Mobilfunk- und Drahtloskommunikation stärken.

Zu der so genannten Electronic Leaders Group gehören auch die deutschen Chefs von Infineon, von Globalfoundries und vom Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme.

Europa solle sich auf Bereiche in denen es stark ist, wie beispielsweise Autobau und Energie, und auf neue Bereiche mit hohen Wachstumsaussichten, wie das „Internet der Dinge“ und die Entwicklung von Märkten für intelligente Produkte und Dienste der Zukunft (z. B. Smart-Home-Systeme, Smart-Grids) konzentrieren und sein ehemals starke Präsenz im Bereich der Mobilfunk- und Drahtloskommunikation herstellen. Europa strebt einen Anteil von 20 % des prognostizierten Wachstums auf diesen Märkten an und soll in den kommenden zehn Jahren bis zu 60 Prozent der Elektronikmärkte erobern - wenn es nach dem Willen der EU-Kommissarin geht.

"Ich möchte, dass wir das Steuer in die Hand nehmen. Die Branche will wieder ganz nach vorn. Deshalb lautet meine Botschaft: Wir wollen Europa zu dem Standort machen, an dem innovative Mikro- und Nanoelektronik gemacht und gekauft wird, so Kroes.

Die Unternehmergruppe wird nun daran arbeiten, aus diesen Ideen bis Juni 2014 in konkrete Aktionen umzuwandeln.

Im Mai 2013 hatte die EU-Kommission eine Elektronikstrategie für Europa angekündigt, mit der bis 2020 Industrie-Investitionen in Höhe von 100 Mrd. EUR gefördert, der Wert der Mikrochip-Produktion in der EU verdoppelt und 250 000 neue Arbeitsplätze in Europa geschaffen werden sollen. Die Electronic Leaders Group, eine Gruppe aus elf Unternehmenschefs der Elektronikbranche (Forschung, Tools, Entwicklung und Fertigung), wurde gebildet, um in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten neue Wege zur Erreichung dieser Ziele zu finden.