Richtlinie der IPC und JPCA Erste Standards für gedruckte Elektronik

Gemeinsam haben der Industrieverband IPC und die Japan Electronics Packaging and Circuits Association (JPCA) die erste Richtlinie für die gedruckte Elektronik herausgegeben.

Die Richtlinie IPC/JPCA-4921, Requirements for Printed Electronics Base Materials (Substrates) definiert Fachbegriffe und legt Basisanforderungen an fünf Substrat-Kategorien festgelegt, die derzeit in der gedruckten Elektronik eingesetzt werden: Keramik, organische Materialien, Metalle, Glas und Sonstige. 

Obwohl gedruckte Elektronik zu einem erheblichen Teil auf ausgereiften Technologien basiert, steckt die Branche im Sinne eines weltweit funktionierenden Marktes noch immer in den Kinderschuhen. Nach Ansicht von  Marc Carter, Leiter Technologietransfer beim IPC, bedarf es einiger Standardisierungen, die die Entwicklung einer grundlegenden Struktur unterstützen, damit sich diese Technologie zu einer eigenständigen Branche entwickeln kann. »Die Verfügbarkeit dieser Richtlinie bieten Designern, Equipment-Lieferanten und Herstellern eine gemeinsame Sprache. System-Entwickler benötigen Leitfäden und sowohl Material- als auch Equipment-Lieferanten können von Richtlinien profitieren, die es ihnen ermöglichen, ihre Roadmap gezielt auszurichten.«

Eine der spannenden, neuen Möglichkeiten, die gedruckte Elektronik zu bieten hat – die Materialvielfalt – stellt zugleich eine der größten Herausforderungen dar, die das Wachstum der Branche verzögert. »Es ist schwierig, die vielen Möglichkeiten im Griff zu haben, um die Bandbreite zwischen sehr einfachen Schaltungen und hochkomplexen Baugruppen abzudecken. Die vielfältigsten Materialkombinationen können auf die unterschiedlichsten Substrate gedruckt werden«, so Carter.

Alle, die schon mit flexiblen Schaltungen gearbeitet haben, sind vermutlich mit einigen Details aus der IPC/JPCA-4921 vertraut. Sie werden aber auch eine Anzahl maßgebender Unterschiede entdecken. Einige der Materialien sind einander ähnlich oder erscheinen gleichartig, Anwender nutzen jedoch gezielt unterschiedliche intrinsische Materialeigenschaften, um neue Applikationen zu ermöglichen. 

Im Übrigen sei die IPC/JPCA-4921 ist nicht nur einfach die erste Branchen-Richtlinie, wie Carter betont. Vielmehr bilde sie den Ausgangspunkt einer IPC-Initiative für gedruckte Elektronik, die der Branche zu schnellerem Wachstum verhelfen soll. Diese Initiative beinhaltet einen speziellen Management-Rat (Council) für Unternehmen, um Probleme zu erörtern und die Entwicklung von Werkzeugen und Studien zu fördern; eine Fachkonferenzschiene sowie einen Ausstellungsbereich für gedruckte Elektronik während der IPC Apex Expo 2013. 

Weil sich Produktionsprozesse, Tinten und Substrate kontinuierlich verbessern, wird die IPC/JPCA-4921 wohl in deutlich kürzeren Abständen aktualisiert werden, als andere Branchen-Richtlinien. »Wir denken, dass sie ein hohes Interesse auf sich ziehen wird, weil sie die erste Richtlinie in diesem Bereich ist und sich viele Experten mit ihren Vorschlägen melden werden«, erklärt Carter. 

Mitglieder des IPC können per E-Mail an MemberTechRequests@ipc.org innerhalb von 90 Tagen nach Erscheinen des Dokuments kostenlos eine Single-User Ausgabe der IPC/JPCA-4921 zum Herunterladen anfordern. Für weitere Exemplare beträgt der Preis für IPC-Mitglieder 36 US-Dollar, für Nicht-Mitglieder 72 US-Dollar.