Weltneuheit Erste elektronische Seilsicherung fürs Sportklettern

Die Gründer Florian Widmesser und Jan Lohse haben mit dem EPIC (Electronic Partner for Individual Climbing) das erste Sicherungssystem für Kletterer entwickelt, das den Vorstieg, den Nachstieg und das Abseilen mechatronisch über eine Box und eine Fernbedienung steuert.

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Klettern ohne Sicherungspartner - so geht´s

Vollautomatische Seilsicherung

Als erstes Gerät weltweit ermöglicht es vollautomatisches risikofreies Klettern ohne Sicherungspartner. Es ist patentiert und DEKRA-zertifiziert.  Hergestellt wird das Produkt von dem Startup-Unternehmen AUROCO GmbH. Vertriebspartner ist der Fachspezialist für Schutzausrüstung SKYLOTEC GmbH. Bisher wurden 100 Stück von Gründer Florian Widmesser eigenhändig gefertigt und über den Vertriebspartner im Industriemarkt verkauft. Der Preis liegt derzeit zwischen 5.000 und 6.000 Euro netto. 2016 soll das Gerät für den Klettersport weiter entwickelt werden und für Kletterhallen bzw. Hochseilgärten zum Verkauf stehen. Die internationale Szene hat das Potenzial erkannt und das Produkt schon vor dem Markteintritt auf der größten Sportmesse der Welt in der Kategorie Neuheiten Outdoor mit dem ISPO Award 2016 ausgezeichnet.

Eine Box, ein Sensor und ein redundantes Bremssystem

EPIC ist eine elektronische Seilsicherung, die über eine Fernbedienung am Oberarm gesteuert wird. Das Sicherungsgerät ist etwa backsteingroß, leicht tragbar und läuft akkubetrieben. Es wird entweder mit Schrauben oder Klickverschlüssen an den Wänden fixiert oder kann auch im mobilen Einsatz per Gurt an x-beliebigen festen Strukturen festgezurrt werden. Zu Beginn des Vorstiegs wird das Seil eingefädelt. Die EPIC-Elektronik beinhaltet eine Rolle, die das Seil führt und einen kleinen Motor, der das Seil nach sich zieht. Doch wie erkennt das Gerät einen Absturz? Die Elektronik überwacht die Drehung und erkennt einen Sturz an einer überhöhten Drehzahl. Es bremst elektromechanisch. Zusätzlich trägt der Kletterer einen 3-Achs-Beschleunigungssensor am Handgelenk. Registriert der Sensor einen Sturz, wird binnen 30 Millisekunden auch das Bremssignal an die Basis gefunkt, spätestens nach einem Meter greift die Seilbremse. Und, wenn die Technik nun versagt? Dann wird durch die zu hohe Drehzahl der Rolle die Fliehkraftkupplung aktiviert, welche die Bremse schließt. Die Kombination aus Elektronik und Mechanik macht das Gerät so einzigartig und vielfältig einsetzbar. Das doppelt redundante Bremssystem hat Florian sich patentieren lassen. Es ist weltweit einmalig und verhindert tödliche Unfälle bei einem Absturz.