Trends in der Absaug- und Filtertechnik »Energiesparende Systeme geraten zunehmend in den Fokus«

Dr. Stefan Jakschik, Vorstand von ULT: »Besonderes Augenmerkt legt die Branche seit geraumer Zeit auf passende Erfassungssysteme in automatisierten Maschinen. Denn hier steigen die Anforderungen an Produktsauberkeit und Anlagensicherheit.«

Seit einem Vierteljahrhundert ist die Absaug- und Filtertechnik das Steckenpferd von ULT. Im Interview blickt Dr. Stefan Jakschik zurück auf die Anfänge und erläutert, wie sich die Branche in 25 Jahren gewandelt hat.

Markt&Technik: Vor 25 Jahren gegründet, heute mit mehr als 130 Mitarbeitern als Anbieter lufttechnischer Anlagen etabliert: Wie hat es damals angefangen mit ULT?

Dr. Stefan Jakschik: Richtig, vor 25 Jahren, also 1994, ist die ULT Umwelt-Lufttechnik hervorgegangen aus einem Team mit viel Erfahrung in der Elektronikindustrie. Dies war auch der erste Markt, auf dem sich ULT recht schnell etablierte, denn ab Mitte der 1990er-Jahre gab es eine Phase, in der sich die Industrie verstärkt auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz fokussiert hat.

Die ersten Absaug- und Filteranlagen wurden zunächst im Bereich der Lötrauchabsaugung eingesetzt, weil es sich bei Lötrauch um ein sehr komplexes Schadstoffgemisch handelt. Mit der Automatisierung der Branche spielte ULT auch mehr und mehr in automatisierten Lösungen eine Rolle. Übrigens geht auf diese Zeit auch unsere langjährige Erfahrung mit additiven Technologien zurück.

Ein Blick in die Gegenwart: Wie hat sich die Filtertechnik seitdem gewandelt und welche technischen Errungenschaften spielen bei Filteranlagen aktuell eine Rolle?

Besonderes Augenmerk legt die Branche seit geraumer Zeit auf passende Erfassungssysteme in automatisierten Maschinen. Denn hier steigen die Anforderungen an Produktsauberkeit und Anlagensicherheit. Auch energiesparende Systeme geraten zunehmend in den Fokus, zudem werden Themen wie Luftrückführung und damit einhergehende sichere Filtration immer wichtiger. Deshalb unterziehen wir unsere fertigen Geräte von unabhängigen Instituten der sogenannten „H-Prüfung“.

Als Schlüsseltreiber bei der Entwicklung von Filteranlagen sehe ich vor allem den Schutz vor Bränden oder Explosionen, aber auch Steuerungen mit garantierter Prozesssicherheit und immer leiser arbeitende Gebläse. Hinzu kommt, dass Fertigungstechniken wie Ultrakurzpuls-Laser oder 3D-Druck speziell entwickelte und optimierte Filtertechnologien verlangen.

Welche Rolle spielen ein verändertes Umweltbewusstsein und gesetzliche Vorgaben?

Grundsätzlich helfen gesetzliche Vorgaben, etwa die Reduzierung des allgemeinen Staubgrenzwertes für alveolengängige Schadstoffe nach TRGS 900 auf 1,25 mg/m3, die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Aber erst ein verändertes Bewusstsein für Umwelt- und Gesundheitsschutz führt dazu, dass viele Fertigungsstätten sauberer werden und somit besser für die Mitarbeiter, die ja ebenfalls vor gefährlichen Luftschadstoffen geschützt sind. Mittlerweile werden Arbeitsplätze auch verstärkt im Rahmen der „5S“-Analyse nach Sauberkeit bewertet. Hier bieten wir ergonomisch günstige, leise und sichere Systeme zur Luftreinigung an.