Trotz Allokation EMS-Industrie legt 2018 Rekordwachstum hin

Die deutsche EMS Industrie hat 2018 ein Umsatzwachstum von ca. 7,4 Prozent erzielt. Dies hat die in4ma-Statistik von Weiss Engineering aus den Meldedaten von 103 EMS-Unternehmen in Deutschland berechnet, die ca. 63 Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland erwirtschaften.

Jedes zweite Unternehmen hatte sogar ein zweistelliges Wachstum zu verzeichnen, jedoch hatten 19 Prozent aller EMS-Unternehmen einen Umsatzrückgang, der teilweise allokationsbedingt war. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren die Meldefirmen ein Umsatzwachstum von 6,2 Prozent.

»Das Jahr lief für uns sehr gut, das Gesamtwachstum der Katek-Gruppe lag bei über 7 Prozent, also genau im Marktwachstum«, erklärt Rainer Koppitz, CEO von Katek SE. Zur Katek SE gehören die drei EMS-Firmen Katek, Steca und ETL. »Die drei Gruppenmitglieder hatten ein Wachstum zwischen 4,5 und 13,5 Prozent zu verzeichnen«, so Koppitz weiter. Von den Branchen her sind laut Koppitz alle Branchen gewachsen. Besonders stark stachen die Solarenergie mit Leistungselektronik bis hin zu kompletten Geräten und die Medizintechnik hervor. Ein sehr gutes Wachstum attestiert Koppitz auch der Industrieelektronik inklusive der Militärtechnik. Nur unterdurchschnittlich zugelegt haben Koppitz zufolge konsumentennahe Branchen, wie etwa Weiße Ware. Automotive schließlich zeigte ein durchschnittliches Wachstum, was den Zahlen der Automobilindustrie entspricht.

Auch für Europas größten EMS, Zollner Elektronik, war 2018 sehr erfolgreich mit einer 14-prozentigen Umsatzsteigerung. »Gewachsen sind wir in allen Branchen, aber besonders in Datentechnik, Bahntechnik und Messtechnik«, erklärt Johann Weber, CEO von Zollner Elektronik. »Neben der großen Steigerung im Jahr 2010 ist die Umsatzsteigerung 2018 in der Tat ein Rekord. Der Anteil der Elektronik in den Produkten auf dem Markt wird immer größer, damit wächst auch das Potenzial für die EMS-Branche und dies spiegelt sich hier wider«, kommentiert Weber das Ergebnis von in4ma.

Exportquote fällt

Die in früheren Jahren erreichte Exportquote der EMS-Industrie von fast 30 Prozent fiel in den letzten Jahren allerdings deutlich – insbesondere bei den größeren Unternehmen. Die mittlere Exportquote lag 2018 bei 19,7 Prozent (Vorjahr: 20,4 Prozent). Die Wachstumsrate im Inland lag mit 8,3 Prozent mehr als doppelt so hoch wie das Exportwachstum mit 3,9 Prozent. Die Beschäftigung legte 2018 um 4,2 Prozent zu. Die Meldefirmen stellten 840 neue Mitarbeiter ein. Für alle EMS-Unternehmen in Deutschland rechnet in4ma mit 1400 neuen Arbeitsplätzen im Jahr 2018.

Der Auftragseingang überstieg den Umsatz wieder um 22 % (Vj. 11 %), das entspricht einem B2B-Faktor von 1,22, sodass der Auftragsbestand nun eine theoretische Reichweite von durchschnittlich 209 Arbeitstagen hat. Diese Entwicklung ist primär durch Allokationsprobleme bei einzelnen Bauelementen verursacht, die einerseits bei ca. 10 % der Unternehmen zu einem Rückgang im Umsatz, andererseits aber zu einer längerfristigen Auftragsdisposition der Kunden führen.

Österreich und Schweiz

In Österreich war das Wachstum der elf Meldefirmen von 35 EMS gesamt mit 2,6 Prozent eher verhalten. Die EMS-Unternehmen hatten dort bereits 2017 eine Wachstumsrate von 9,6 Prozent vorgelegt. Der Auftragseingang lag um 15 Prozent höher als der Umsatz. Die Exportquote stieg leicht an. Die Umsatzprognose für 2019 legten die Meldefirmen bei plus 4,9 Prozent fest. Nach einer längeren Durststrecke in der Schweiz haben die dortigen EMS-Firmen 2018 den Umsatz um 10,5 Prozent (in CHF) erhöhen können. In Euro sind es, bedingt durch die Veränderung des Wechselkurses, immerhin noch 6,4 Prozent. Hier nahmen 13 von 77 EMS-Unternehmen an der Jahresstatistik teil. Die Beschäftigung stieg um 11,2 %. Der Auftragseingang blieb hinter dem Umsatz zurück. In der Umsatzprognose für 2019 ist man mit +3,3 Prozent eher vorsichtig.