Plexus in Europa »EMEA ist für Plexus ein Schlüsselmarkt«

Ronnie Darroch, Plexus: »Die Nähe zum Produktionsstandort kann eine Rolle spielen, ist aber nicht immer entscheidend für Unternehmen. Oft ist das oberste Ziel eine kosteneffiziente Fertigung, unabhängig davon, ob die Produktion in einem Niedriglohnland oder in einem Land angesiedelt ist, das so nah wie möglich am Endkundenmarkt liegt.«

Seit Mai ist Ronnie Darroch Executive Vice President und Regional President für EMEA von Plexus. Mit 19.000 Mitarbeitern weltweit gehört der US-Konzern zu den Schwergewichten der Elektronikdienstleister. Und welche Rolle spielt EMEA für Plexus?

Markt&Technik: Mit der Erweiterung Ihres Standortes Darmstadt haben Sie Ihr Design-Center verdoppelt. D.h. die Nachfrage nach Entwicklungsdienstleistungen ist seit 2011 deutlich gewachsen?

Ronnie Darroch: Wir sehen eine wachsende Nachfrage nach integrierten Design- und Entwicklungsdienstleistungen in EMEA und auch bei Plexus auf globaler Ebene. Die DACH-Region ist dabei keine Ausnahme. Sie nimmt einen zentralen Platz für unser Angebot an Services in EMEA ein. Im Rückblick waren wir in den letzten Jahren sehr erfolgreich und konnten Jahr für Jahr zweistellige Wachstumsraten im Umsatz verzeichnen. Das neue Design-Center und der Ausbau unserer Kapazitäten unterstreichen dieses Wachstum – und bieten viel Potenzial für die Zukunft.

Welche Faktoren beflügelten das Wachstum von Plexus?

Für dieses Wachstum gibt es viele Gründe. In erster Linie haben wir großartige Kunden, die wissen, wie wichtig es ist, einen Partner wie Plexus zu haben, der sie über die gesamte Wertschöpfungskette begleitet – von der Entwicklung über die Supply-Chain bis hin zur Fertigung und den Aftermarket-Services – und der ihnen letztendlich dabei hilft, Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen. Heute arbeiten wir mit Kunden zusammen, die vor fünf oder zehn Jahren noch gar nicht an die EMS-Branche gedacht hätten.

IoT, Robotik und Automatisierung: Das sind aktuelle Technologietrends, die immer stärker zusammenwachsen und so Innovationsmöglichkeiten für Unternehmen bieten. Dafür braucht es natürlich dann den entsprechenden Entwicklungs- und Digitalisierungspartner. Die Medizintechnik ist ein gutes Beispiel: Intelligente und netzwerkfähige Geräte setzen auf Wireless-Funktionen und nutzen Technologien und Netzwerkprotokolle, die schon seit einiger Zeit in der Kommunikation eingesetzt werden. Durch unsere Erfahrung in unterschiedlichen Branchen und Technologien können wir hier in die Vollen greifen und sie auch bei der Entwicklung von Produkten der nächsten Generation zielgerichtet unterstützen.

Inwieweit haben Sie in Darmstadt auch personell aufgestockt? Wie viele Mitarbeiter hat Plexus derzeit in Deutschland?

Mit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten haben wir unsere Präsenz in Deutschland verdoppelt. Heute arbeiten 65 Mitarbeiter und Entwicklungsingenieure auf einer Fläche von 2160 Quadratmeter im technischen Labor und entwickeln an Projekten in den Bereichen Gesundheitswesen/Life-Science, Industrie sowie Luft- und Raumfahrt. In ganz EMEA ist die Zahl der Plexus-Mitarbeiter in den letzten vier Jahren um 66 Prozent auf rund 2240 gestiegen. Und das soll noch nicht das Ende sein. Wir wollen personell weiterwachsen und planen, beispielsweise die Zahl unserer Ingenieure in Darmstadt zu verdoppeln. EMEA ist heute ein Schlüsselmarkt für Plexus und wir werden unsere Präsenz in der Region weiter ausbauen.

Ingenieure sind nach wie vor Mangelware in Deutschland – was macht Sie als Arbeitgeber für Ingenieure attraktiv?

Wenn Sie wie die meisten Ingenieure eine Leidenschaft für Technologie und Innovation mitbringen, dann ist Plexus ein großartiger Ort für eine Karriere. Als EMS-Dienstleister arbeiten wir mit führenden Unternehmen aus verschiedenen Branchen zusammen, die hochqualitative Produkte benötigen. Dazu gehören etwa das Gesundheitswesen und Life-Sciences, die Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung oder Industrie und der Kommunikationssektor. Und das macht die Arbeit für unsere Mitarbeiter unglaublich vielfältig. Vom Denervationssystem in der Medizin über einen interaktiven Verkaufsautomaten bis hin zur LED-Beleuchtung eines Passagierflugzeugs ist bei unseren Projekten alles möglich. Junge Ingenieure können in verschiedenen Marktsegmenten lernen und von Anfang an an einer Vielzahl von Projekten teilnehmen. Darüber hinaus ist Plexus mit insgesamt 19.000 Mitarbeitern an 25 Standorten weltweit global aufgestellt. Alle arbeiten bei der Entwicklung und Produktion von Produkten zusammen, was einen unglaublichen Austausch von Know-how ermöglicht.