ZVEI-Erhebung Elektroindustrie schwächelt

ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann: „Die Elektrounternehmen haben ihre Produktionspläne im Mai deutlich abwärts revidiert. Hier fiel der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten erhöhen bzw. senken wollen, von plus zehn auf jetzt minus einen Prozentpunkt“

Im April 2019 hat die deutsche Elektroindustrie insgesamt 7,0 Prozent weniger Bestellungen erhalten als ein Jahr zuvor. Die Aufträge aus dem Inland gingen um 8,0 Prozent zurück, die aus dem Ausland um 6,2 Prozent.

Während die Bestellungen aus dem Euroraum im April um 2,8 Prozent gegenüber Vorjahr nachgaben, fielen die Auftragseingänge aus Drittländern deutlich stärker um 8,1 Prozent.

Im Zeitraum von Januar bis einschließlich April 2019 verfehlten die Bestellungen ihren entsprechenden Vorjahreswert um 1,8 Prozent. Hier sanken die Auslandsbestellungen stärker (- 2,9%) als die aus dem Inland (- 0,5%). Die Nachfrage von Kunden aus der Eurozone lag in den ersten vier Monaten dieses Jahres 1,9 Prozent unter Vorjahr. Geschäftspartner aus Drittländern orderten 3,5 Prozent weniger.

Die preisbereinigte Produktion blieb im April 1,7 Prozent unter Vorjahr. Von Januar bis April lag der aggregierte Branchenoutput 2,2 Prozent unter seinem entsprechenden Vorjahreswert. „Zudem haben die Elektrounternehmen ihre Produktionspläne im Mai deutlich abwärts revidiert. Hier fiel der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten erhöhen bzw. senken wollen, von plus zehn auf jetzt minus einen Prozentpunkt“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.
Mit 15,1 Milliarden Euro lag der Umsatz der deutschen Elektroindustrie im April 2019 nur unwesentlich höher als vor einem Jahr (+ 0,1%). Während die Inlandserlöse um 0,9 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zurückgingen, stiegen die Auslandserlöse um 1,0 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro. In den ersten vier Monaten des Jahres nahm der aggregierte Branchenumsatz um 1,0 Prozent gegenüber Vorjahr auf 62,6 Milliarden Euro zu. Hier wurden mit Inlandskunden 29,5 Milliarden Euro erlöst (+ 0,8%) und mit Auslandskunden 33,1 Milliarden Euro (+ 1,3%).

Aktuell hat die deutsche Elektroindustrie 888.400 Beschäftigte im Inland. Allein im vergangenen Jahr wurden 22.000 neue Jobs geschaffen. Von Ende 2009 bis Ende 2018 nahm die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um 80.000 – also um zehn Prozent – zu. Ein Zehntel der gesamten Belegschaft (88.000) arbeitet im Bereich Forschung & Entwicklung. Angesichts der langsameren Konjunktur fielen die Beschäftigungspläne der Unternehmen zuletzt allerdings zurückhaltender aus.
„Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie hat sich im Mai unterm Strich leicht erholt“, so Dr. Gontermann. „Zwar wurde die aktuelle Lage etwas ungünstiger beurteilt als im Vormonat, die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen jedoch besser aus.“ Die Exporterwartungen blieben im Mai nahezu unverändert. Hier liegt der Saldo aus positiven und negativen Antworten knapp über null Prozentpunkten.