Linerecorder steuert, verwaltet und überwacht die Fertigung Einfach durch die Fertigung navigieren

Peter Erhard, Handke: »Kleine Firmen haben bei der Fertigung die gleichen Anforderungen wie die großen, aber eben nicht die finanziellen und personellen Ressourcen, das mit einem ERP-System umzusetzen.«
Peter Erhard, Handke: »Kleine Firmen haben bei der Fertigung die gleichen Anforderungen wie die großen, aber eben nicht die finanziellen und personellen Ressourcen, das mit einem ERP-System umzusetzen.«

Mehr Transparenz im Fertigungsprozess verspricht der Linerecorder von Handke Industriesoftware. Die Software schlägt eine Brücke zwischen ERP-System und Linienkontrolle, ohne den »Overhead« eines Manufacturing Execution Systems (MES) und ist für kleine Firmen genauso gut einsetzbar wie für den 2000-Mann-Betrieb.

»Bei uns steht die Produktivität der Linie im Vordergrund«, erklärt Peter Erhard, Sales Manager von Handke. So vermarktet Handke seinen Linerecorder bewusst nicht als MES, auch wenn das System im Grunde genommen in vielen Ausprägungen ein MES ist. Aber für viele kleinere Firmen ist schon alleine der Begriff »MES« ein Schreckgespenst, weil die meisten MES-Systeme ihre Vorteile nur ausspielen können, wenn die komplette Firma auf das System umgestellt ist, und auch in der Handhabung teils recht komplex sind. Der Linerecorder dagegen sei nicht abgehoben, sondern eng an der Praxis orientiert und auch für kleine Fertigungsbetriebe leicht zu installieren und zu bedienen, verspricht Erhard. »Kleine Firmen haben bei der Fertigung die gleichen Anforderungen wie die großen, aber eben nicht die finanziellen und personellen Ressourcen, das mit einem ERP-System umzusetzen«, weiß Erhard.

Der Linerecorder wird nicht kundenspezifisch programmiert, sondern nur auf die jeweilige Maschine konfiguriert, »und das ausdrücklich ohne Programmieraufwand«, betont Erhard. Der Linerecorder kann theoretisch auf jede Maschine in der Fertigungslinie zugreifen, ohne dass der Maschinenhersteller zu Rate gezogen werden muss. Das ist laut Erhard einer der wesentlichen Unterschiede zu den Tools anderer Anbieter: »Der Linerecorder ist ein fertiges Produkt, das sich aufgrund seines modularen Aufbaus an die Gegebenheiten beim Kunden anpassen lässt.« Die günstigste Version und damit die Installation für eine Maschine ist schon ab 2000 Euro erhältlich und ist sehr einfach über weitere Lizenzfreigaben modular erweiterbar. Erhard: »Unser Produktgedanke zielt darauf ab, dass ich sowohl eine als auch 1000 Maschinen abbilden kann.« So können kleine Fertigungsbetriebe mit einer Linie das System genauso gut einsetzen wie eine große Firma, wenngleich der Linerecorder seine volle Effizienz erst entfalte, wenn die komplette Linie überwacht wird. Aber Wirkung, so Erhard, zeige der Linerecorder auch schon bei der Installation auf einer Maschine. Anklang fand der Linerecorder dementsprechend bereits bei einigen Maschinenherstellern wie Ersa und IPTE. Beide Hersteller bieten bereits Maschinen mit vorinstalliertem Linerecorder an. 

Wie funktioniert der Linerecorder? Der Grundgedanke, der hinter dem Linerecorder steht, ist schnell erklärt: Die Software zeichnet die Prozesswerte einer Maschine auf, erforderlich ist das beispielsweise im Zuge der Produkt- oder Prozess-Traceability. Das an sich wäre aber noch keine Neuerung. Was den Linerecorder von der Funktion her von anderen Software-Modulen und Systemen unterscheidet, ist, dass er die Daten nicht nur sammelt und archiviert, sondern damit auch die Aufträge steuert, verwaltet, überwacht und auswertet. Der Linerecorder ist webbasiert. Server-Kapazitäten vor Ort sind also nicht erforderlich. Remote kann der Kunde die Werte nicht nur über einen Standard-PC, sondern sogar über ein Smart Phone oder einen Tablet PC abrufen.
 
Die erzeugten Daten werden in einer Produktionsdatenbank hinterlegt und als Reports ausgegeben, die auch in ein übergeordnetes ERP-System einfließen können. Das Datenvolumen kann variieren von einigen hundert Kilobyte bis hin zu mehreren Terabyte. Erfasst werden beispielsweise Verfügbarkeit, Leistungsfähigkeit und die Qualität oder, in Kennzahlen ausgedrückt, Durchsatz, ppm-Wert und First Pass Yield. So lässt sich beispielsweise eine Warn- und Eingriffsgrenze definieren, wie Erhard an einem Beispiel erklärt: »Bei 93 Prozent First Pass Yield würde ein Warnhinweis ergehen, bei 90 Prozent würde die Linie dann komplett stoppen.« Wobei der Benutzer anhand der Konfiguration und der eingesetzten Module flexibel definieren kann, welche Werte und Prozesse er überwacht haben möchte.

Nicht nur die Software an sich erhöht die Effizienz, sondern es trägt auch die Sichtbarkeit von Verbesserungsmöglichkeiten zum Gesamterfolg des Systems bei: So helfen Informationsdisplays über der Linie, die laufend über den Soll- und Ist-Zustand in der Produktion unterrichten, Defizite zu beseitigen. Alleine durch diese Visibilität sei es einem Kunden nach Aussage von Erhard gelungen, innerhalb von nur einer Woche seinen Durchsatz pro Schicht um 10 Prozent zu erhöhen und damit seine Sollzahl im Projekt zu erreichen. Als Faustregel nennt Erhard etwa 5 Prozent mehr Effizienz, die sich alleine durch mehr Visiblität erzeugen lassen. Weitere 5 Prozent ergäben sich durch die Auswertung der anderen Daten, »zwar nicht innerhalb weniger Tage, aber doch innerhalb von wenigen Wochen«, erklärt Erhard.

Interessant ist auch das optionale Feature »Wartungsmanager«: Dabei meldet der Linerecorder die Intervalle bis zur nächsten Wartung, die Produktanzahl bis zur nächsten Wartung und informiert sogar per SMS oder E-Mail über eine fällige Wartung. Ganz neu ist laut Erhard der Materialmonitor, der den Bestand nicht nur in Stückzahlen, sondern in Euro-Werten anzeigt. Optional können die Erfahrungswerte, ergänzende Informationen der Maschinen-Bediener sowie Fertigungsunterlagen auch in einer Wissensdatenbank hinterlegt werden.