Digitalisierung in der EMS-Industrie Digitalisierung „light“ oder disruptives Geschäftsmodell?

Digitalisierung, IoT und Industrie 4.0 in Kombination mit den visionären Perspektiven der künstlichen Intelligenz sind Kernthema von zahlreichen Seminaren und kreieren eine Vielzahl neuer Geschäftsmöglichkeiten. Doch wo steht die EMS-Industrie diesbezüglich?

In Zürich begegnen uns heute Roboter, die Güter eines Kaufhauses zum Bestimmungsort transportieren. Beim Einkaufsbummel durch die Stadt werden uns Angebote direkt aus den zahlreichen Läden auf unser Smart­phone gesandt. Im französisch sprechenden Teil der Schweiz fahren selbst steuernde Personenfahrzeuge des öffentlichen Verkehrs. Und auf der ifa in Berlin wurden Produkte präsentiert, die das „Smart Living“ revolutionieren und fantastisch erlebbar machen. Siri, Watson und Pepper begleiten uns im persönlichen Alltag als neue Familienmitglieder, und was Google und Facebook mit unseren persönlichen Daten machen, wollen wir vielleicht so genau gar nicht wissen. Bitcoins revolutionieren das Finanzsystem, und wer weiß, bis wann sich dies im heutigen Alltag etabliert hat. Die Welt verändert sich rasant, und die Ökosysteme vernetzen sich mehr und mehr zu allumfassenden Lösungszentren, um unsere immer neuen Bedürfnisse zu erkennen, zu wecken und zu erfüllen.

Und wo reiht sich nun die EMS-Industrie ein? Analysiert man die Standard-Prozesskette der EMS-Firmen, stellt man fest, dass das Thema Digitalisierung seit Langem fester Bestandteil der Geschäftsstrategien ist. Die Vernetzung der Maschinenparks, die Anbindung an MES, der Einbezug der Robotik und die Verriegelung von Prozessschritten erlauben es den fortschrittlichen EMS-Anbietern, Produkte in höchster Qualität, maximaler Zuverlässigkeit und sehr hoher Prozesstransparenz herzustellen – und falls nötig in hoher Effizienz, bis auf Losgröße 1 garantiert.

Digitalisierung – seit langem fester Bestandteil

Die daraus resultierenden Mehrwerte für Kunden sprechen eine deutliche Sprache. Die Antwort auf diese Prozessinnovationen sind kontinuierliche Preisverbesserungen dank Sicherstellung einer maximalen Produktionseffizienz, reduzierte Qualitätsrisiken dank massiv erhöhter Prozesssicherheit sowie reduzierte Kostenrisiken dank optimalen Bewirtschaftungslösungen.

Die vielzitierte gläserne Fabrik ist weitest-gehend realisiert. Digitalisierung hilft also enorm, die Performance der EMS-Industrie auf ein neues Niveau anzuheben. Die Evolution neuer Technologien zur Verringerung menschlicher Fehler, zum Beispiel der Einzug von Virtual Reality im Produktions- und After-Sales-Prozess, wird weitere Effizienzsteigerungen nach sich ziehen. Die EMS-Firmen für sich betrachtet dürfen daher sicherlich behaupten, dem gesamten Kernthema fortschrittlich zu begegnen.