3D-Druck für die Industrie »Die Technologie ist erwachsen geworden«

Schlüssel zum Erfolg: Training und Weiterbildung

Aber es gibt noch Hürden zu meistern. Nach den Worten von Scholz ist einer der entscheidenden Faktoren, die eine breitere Einführung der Technologie verlangsamen, das häufig noch fehlende Fachwissen in vielen Unternehmen in puncto industrieller 3D-Druck: »Dies muss sich 2018 und darüber hinaus ändern. Nach einer EY-Studie von 2016 kennen drei von vier Organisationen die Vorteile des 3D-Drucks hinsichtlich Kosteneffizienz, Flexibilität und Entwicklung innovativer Bauteile und Produkte nicht.«

Da Unternehmen mit den damit technologieabhängigen Veränderungen häufig nicht alleine zurechtkommen, wird die Beratung bei der Planung und Implementierung von industriellen 3D-Druck-Projekten immer wichtiger. Die Eos-Beratungssparte Additive Minds verfügt über die notwendige AM-Expertise, um Organisationen zu schulen, die in den industriellen 3D-Druck investieren möchten. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Investitionsrisiken zu minimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Diese Beratungseinheit entwickelt und realisiert Weiterbildungsprogramme rund um den industriellen 3D Druck, die auf die spezifischen Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnitten sind. Das Ziel ist ein schneller und pragmatischer Wissenstransfer, damit innerhalb kurzer Zeit messbare Ergebnisse erzielt werden können. Eos erwartet, dass sich seine Beratungssparte 2018 und darüber hinaus nicht nur kontinuierlich vergrößern wird, sondern dass sich das Wachstum sogar noch beschleunigen wird.

Disruptionspotenzial variiert
je nach Region und Branche

»Auch 2018 wird der industrielle 3D-Druck Branchen grundlegend verändern, allerdings in unterschiedlichem Maße«, ist Scholz überzeugt. »Dies gilt auch für die Geschwindigkeit der regionalen Entwicklungen: Nordamerika und Europa sind bereits weiter vorangeschritten bei der Einführung der Technologie als der asiatisch-pazifische Raum. Hier werden gerade die ersten 3D-Druck-Projekte realisiert.«
Im Hinblick auf Industrien sind es vor allem hochregulierte Branchen wie der Flugzeugbau und das Gesundheitswesen, die die Vorteile des industriellen 3D-Drucks schnell erkannt haben und zügig ihren Weg in die Serienproduktion fortsetzen – und diese sogar für die Herstellung erfolgskritischer Bauteile. Im Gegensatz dazu reagiere die Automobilindustrie mit etwas Verzögerung, so Scholz. Aber auch hier ist er zuversichtlich, dass sie ab 2018 aufholen wird mit dem Ziel, in den 3D-Druck zu investieren und damit Spezialbauteile herzustellen. Eos geht davon aus, dass 3D-gedruckte Bauteile – wie sie bereits in Formel-Eins-Rennwagen und Luxus-Fahrzeugen Verwendung finden – auch immer häufiger in anderen Autoklassen eingesetzt werden.

Ein aktuelles Beispiel ist das Mini-Konzept „Yours Customized“: Käufer eines Mini können Bauteile ihres Fahrzeugs zukünftig individuell anpassen. Dazu gehören beispielsweise die als „Schiffsfenster“ bekannten Anzeigen-Inlays, die Zierleisten im Innenraum der Beifahrer-seite oder LED-Türschwellen. Dieser Grad an Personalisierung ist nur dank innovativer Fertigungsmethoden wie 3D-Druck und Laserbeschriftung möglich.

»Branchen, die momentan noch mit etwas Verzögerung reagieren, sollten 2018 aufholen, um nicht von anderen überholt zu werden. Denn Innovationszyklen werden kürzer und Organisationen sind in den nächsten Jahren gefordert, immer schneller und flexibler auf die sich wandelnden Marktgegebenheiten und Kundenbedürfnisse zu reagieren. Ab 2018 müssen sie nicht nur ihre existierenden Geschäftsmodelle schützen, sondern auch neue Geschäftsfelder entwickeln, um ihr Geschäft zu stärken und wettbewerbsfähig zu bleiben«, unterstreicht Scholz. »Innovative Technologien wie der industrielle 3D-Druck unterstützen Unternehmen auf diesem Weg.« Gleichzeitig können sie jedoch auch große Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und die Art und Weise haben, wie man arbeitet. Mitarbeiter müssen flexibler werden, da sich ihr gewohntes Arbeitsumfeld verändern wird. Die Transformation fordert Organisationen heraus, sie bietet ihnen aber auch neue Chancen, da sich in den nächsten Jahrzehnten Design und Produktion grundlegend verändern wird.

Fazit

»Wir erwarten, dass der industrielle 3D-Druck 2018 und darüber hinaus weiterhin große Fortschritte machen wird. Die Technologie ist erwachsen geworden. Je nach Branche ist sie entweder auf dem Sprung in die Serienproduktion oder bereits dort angekommen. Doch die Technologie allein reicht nicht aus. Unternehmen und ihre Mitarbeiter müssen umdenken, damit sie auch in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig und innovativ bleiben«, resümiert Detlef Scholz.