10 Jahre OE-A Die milliardenschwere Erfolgsgeschichte der organischen Elektronik

Organische Elektronik im Alltag

Und heute ist klar: Vom Verbraucher unbemerkt sind die Anwendungen auch in anderen Bereichen da – in der Sitzbelegungserkennung im Auto, in gedruckten Teststreifen, mit denen Diabetiker ihren Blutzucker messen, in OLED- und E-Reader-Displays, um nur wenige Beispiele zu nennen. Hybride Technologien, die gedruckte mit herkömmlicher Elektronik kombinieren, sind Voraussetzung für weitere Anwendungen. Automobil, Verpackung, Healthcare sind wichtige Bereiche. Weil sie dünn, leicht und flexibel ist, macht die Technologie Anwendungen möglich, die mit herkömmlicher Elektronik undenkbar sind.
Anfang des Jahres hat die OE-A ihre erste Geschäftsklimaumfrage herausgebracht. „Das wäre 2004 gar nicht möglich gewesen“, betont Kirchmeyer. Was damals noch auf Forschung und Entwicklung beruhte, hat sich zu einer eigenen Industrie entwickelt. Laut Umfrage erwarten die internationalen Mitglieder eine Umsatzsteigerung von über 15 Prozent für nächstes Jahr.

„Die LOPEC spiegelt die Entwicklung der Industrie am besten wider“, findet Wolfgang Mildner, der auch General Chair der LOPEC ist. Die OE-A organisiert die größte internationale Messe und Konferenz für organische und gedruckte Elektronik jährlich gemeinsam mit der Messe München. „Viele Firmen haben dort anfangs vor allem Ideen und
Technologien gezeigt“, erinnert er sich. Was einst kleine Ausstellungsflächen waren, sind heute oft große und professionelle Messestände, auf denen die Aussteller erste Produkte und Produktionsanlagen zeigen.

„Die OE-A hat immer neue Themen aufgegriffen, die aktuelle Trends unterstützen“, sagt Mildner. Sie hat weitere Arbeitsgruppen gegründet, die sich unter anderem mit den Themen Organische Photovoltaik, Hybrid Systeme oder Standardisierung befassen. Mit dem Demonstrator-Projekt – ein jährlicher Wettbewerb – bringt die OE-A die Integration der Technologie in Anwendungen voran.

Aber die OE-A habe auch noch viele Herausforderungen zu bewältigen, betont Dr. Stephan Kirchmeyer: weiter Kontakt zu Endanwendern aufbauen, um mit organischer und gedruckter Elektronik weitere Massenmärkte zu erschließen; weiter internationale Kontakte pflegen und aufbauen – insbesondere im Asiatischen Raum –; weiter das Netzwerk unter den Mitgliedern pflegen und Themenschwerpunkte setzen. Die OE-A hat reagiert. Seit zwei Jahren gibt es Arbeitsgruppentreffen in Asien, die mit über hundert Teilnehmern stets großen Anklang finden. Die LOPEC bietet mittlerweile Einführungsvorträge für Anwender an – ab kommendem Jahr sogar themenspezifisch. Endanwender sind stets als Referenten zugegen, wenn die OE-A ihre Mitglieder zu Treffen in Europa, den USA oder Asien einlädt, und dort die Netzwerkarbeit fördert.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg“, sagt Dr. Klaus Hecker. Seit der Gründung vor zehn Jahren ist er Geschäftsführer der OE-A. Die junge Branche habe sich dieses Jahr zu einem Markt mit einem Umsatz von über 18 Milliarden US-Dollar entwickelt. „Aber wir wissen auch, dass viele Märkte erst wenig oder noch gar nicht erschlossen sind.“ Zu den Trends dieses Jahrhunderts, dazu zählen Mobilität, Gesundheit oder Energie, werde gedruckte Elektronik wichtige Beiträge leisten.