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Chemie Nobelpreis 2016 Die kleinsten Maschinen der Welt

Ben Feringas "Four-Wheel Drive Nanocar".

Den Nobelpreis für Chemie erhalten in diesem Jahr die Molekülforscher Jean-Pierre Sauvage, Bernard Feringa und James Fraser Stoddart.Sie haben winzige Maschinen aus Molekülen entwickelt.

 Die Jury spricht von einer Revolution: Die Forscher haben aus wenigen Molekülen unter anderem eine Art Lift, einen künstlichen Muskel und ein Mini-Auto gefertigt. Die Nano-Maschinen sind aus Makromolekülen zusammengesetzte Gebilde und in der Lage, bestimmte Funktionen auszuführen. Dabei kopiert man ähnlich wie in der Bionik in Tier- oder Pflanzenzellen vorkommende Systeme und versucht, sie synthetisch zu konstruieren. Dabei wird versucht, die Grundprinzipien der klassischen Mechanik anzuwenden.

Den Grundstock für den Erfolg legte Sauvage bereits 1983. Weitere Forschungen in diese Richtung erfolgten durch Stoddart und seine Rotaxane-Entwicklung. Auf der Funktionsbasis einer Rotaxane entwickelte Stoddart u. a. einen molekularen Lift und einen molekularen Computer-Chip.

 

Bernard Feringa schließlich hat 1999 als erster einen molekularen Motor entwickelt: Ihm gelang es, ein molekulares Rotorblatt zu entwickeln, das sich kontinuierlich in die selbe Richtung drehte. Mithilfe eines molekularen Motors gelang es ihm einen Glas Zylinder anzutreiben, der 10.000 Mal größer ist als der Motor. Im Zuge dessen entstand auch sein Nanocar. 

Molekulare Maschinen könnten künftig auch für die Elektronikindustrie eine Rolle spielen zum Beispiel bei Sensoren und Energiespeichersystemen.