Fertigung für Automotive Die Aussichten sind nicht schlecht

Oliver Digel, Sanmina-SCI sieht für die EMS-Branche viel versprechendes Potenzial im Automotive-Markt.

Trotz deutlich steigendem Preisdruck sieht es nicht danach aus, als ob die mitteleuropäische EMS-Branche (EMS: Electronics Manufacturing Services) in diesem Jahr im Automotive-Bereich weiter Federn lassen muss.

Zum einen hat die Rezession den Trend hin zu Outsourcing verstärkt, zum anderen haben die EMS-Firmen aus der Krise gelernt: Mit Konzepten wie »Tandem-Strategie« und »Automatisierung« wollen sie künftig konkurrenzfähiger werden. Außerdem steigt der Anteil der Elektronik im Auto stetig und bietet daher für EMS-Firmen weiterhin viel Potenzial.

Wolfang Heinz-Fischer, Leiter Marketing bei der TQ-Group, sieht weniger die EMS-Unternehmen von der von Analysten prognostizierten Zulieferer-Pleite in diesem Jahr bedroht als vielmehr die Mechanik-Fertiger, die sich oft nur auf einen Markt, in diesem Fall Automotive, konzentrieren: »Unternehmen, die ausschließlich den Automobilmarkt beliefern und damit oft in einer engen Abhängigkeit stecken, laufen in der Tat Gefahr, insolvent zu gehen. Oft fehlen hier durch die geringen Margen genügend Rücklagen, um schwache Auslastungen zu überstehen.« Große EEMS-Fertiger (EEMS: Electronics Engineering Manufacturing Services), also EMS-Firmen wie TQ, die sich neben der eigentlichen Fertigung auch mit Entwicklung und Engineering beschäftigen, dagegen bedienen meist unterschiedliche Märkte, sind also damit mit nach Ansicht von Heinz-Fischer unabhängiger und weniger anfällig für Einbrüche in einzelnen Marktsegmenten.

Hinzu kommt, dass der Anteil an Elektronikbaugruppen im Auto kontinuierlich wächst, was ebenfalls der EMS-Branche in die Hände spielen dürfte. »Ziel ist jedoch nicht in Konkurrenz zu den Tier-1 Anbietern wie Bosch, Delphi oder anderen zu treten, sondern den Tier-2 Bereich zu beliefern«, erklärt Heinz-Fischer. »Ein Beispiel könnte die Entwicklung und Fertigung von LED-basierenden Leuchteinheiten sein. Aber auch ein komplexes Fahrgastinformations- und Unterhaltungssystem etwa für Taxis bietet unser Leistungs- und Erfahrungsspektrum.« Hingegen wird sich nach Meinung von Heinz-Fischer beispielsweise ein Mechanik-Produzent für Autolampenmodule schwer tun, auf LED-Technik mit der allen Erfordernissen der Elektronikfertigung um zu steigen. »Hier gewinnt der Elektronikfertiger«, meint Heinz-Fischer.